DAV warnt vor Klimafolgen in den Alpen
Schrumpfende Gletscher, instabile Felsen, gesperrte Steige und Wasserknappheit auf Berghütten: In den Alpen zeigen sich die Auswirkungen der Klimakrise nach Darstellung des Deutschen Alpenvereins (DAV) immer deutlicher. Vor dem Hintergrund des heißen Sommers fordert der Bergsport- und Naturschutzverband von der Bundesregierung mehr Engagement bei Klimaschutz, Anpassung und Naturschutz – und eine verlässliche Finanzierung dieser Aufgaben.
Anlässlich der Kabinettsklausur betonte der DAV, die Alpen wirkten wie ein Frühwarnsystem. Aus dem Hitzesommer 2026 dürften daher nicht nur kurzfristige Konsequenzen gezogen werden.
DAV: Sparen bei Klima und Natur wird teuer
DAV-Präsident Roland Stierle warnte davor, bei Klima- und Naturschutz zu sparen. Wer heute nicht investiere, müsse später mit höheren Kosten rechnen – etwa durch gesperrte Wege, größere Schäden und sinkende Sicherheit im Gebirge.
Besonders deutlich werde der Wandel an den Gletschern, die weiter an Masse verlieren und sich zurückziehen. Zugleich steigen die Risiken für Bergsteigerinnen und Bergsteiger: Tauender Permafrost kann Felswände und ganze Hänge destabilisieren. Nach Starkregen drohen außerdem Muren, die Wege und Brücken beschädigen oder unpassierbar machen.
Hütten rüsten sich gegen Wassermangel
Da Wasser in höheren Lagen knapper wird, investiert der DAV nach eigenen Angaben in Sparmaßnahmen und die Anpassung seiner Hütten. Dazu gehören unter anderem Trockentoiletten.
DAV-Vizepräsident Ernst Schick erklärte, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer würden Wege und Hütten instand halten, obwohl Schäden durch den Klimawandel oft schneller entstünden, als sie behoben werden könnten. Ohne dauerhafte Förderung drohe die Infrastruktur für einen sicheren Zugang in die Berge schrittweise verloren zu gehen.

Erst vor Kurzem hatte sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vor Ort ein Bild gemacht und Freiwillige des DAV bei Arbeiten am Wegenetz besucht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber