Wirtschaft

Zoll-Schock für Billig-Bestellungen

Temu, Shein & Co.: Europas Billigpaket-Flut bekommt einen Dämpfer – jetzt drohen plötzlich Zollkosten für Millionen Käufer.

01.07.2026, 00:15 Uhr

Zoll auf Billigimporte aus Nicht-EU-Ländern: Online-Bestellungen werden teurer

Wer künftig preiswerte Produkte wie Kleidung, Ladekabel oder Spielzeug außerhalb der EU bestellt, muss mit zusätzlichen Kosten rechnen. Die bisherige Zollfreigrenze für Sendungen mit einem Warenwert unter 150 Euro fällt weg.

Künftig wird pro Warenkategorie in einer Sendung eine Pauschale von 3 Euro erhoben. Befinden sich etwa drei T-Shirts im Gesamtwert von 30 Euro in einem Paket, werden dafür 3 Euro Zoll fällig. Liegt zusätzlich noch ein günstiges Kinderspielzeug bei, kommen weitere 3 Euro hinzu. In diesem Fall wären also insgesamt 6 Euro zu zahlen.

Vor allem bei sehr günstigen Artikeln spürbar

Nach Angaben der EU-Kommission sind grundsätzlich Verkäufer oder Importeure dafür zuständig, die Abgabe anzumelden und zu entrichten. Händler können diese Kosten jedoch an die Käufer weitergeben. Gerade bei sehr billigen Produkten kann sich die neue Pauschale deshalb deutlich bemerkbar machen, warnt das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland. Fachleute beobachten bereits, dass die Preise auf Online-Marktplätzen entsprechend angezogen haben.

Die Zahl solcher Bestellungen ist enorm: Laut EU-Kommission wurden im vergangenen Jahr rund 5,9 Milliarden Sendungen mit einem Warenwert von jeweils unter 150 Euro in die EU geliefert. Das entspricht etwa 16 Millionen Paketen täglich. Für diese Lieferungen wurde bislang kein Zoll verlangt. Nach Angaben eines ranghohen EU-Beamten stammten mehr als 90 Prozent dieser Sendungen aus China.

Übergangslösung für zwei Jahre

Die neue Pauschale soll voraussichtlich bis zum 1. Juli 2028 gelten. Sie ist als Übergangsregelung gedacht, bis eine neue digitale Plattform für Abwicklung und Kontrolle eingeführt wird. Danach sollen wieder die regulären Zollsätze gelten – abhängig von Warenwert, Herkunft und Art der Ware.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen