Wildberger dringt auf mehr Rechenzentren in Deutschland und Europa
Digitalminister Karsten Wildberger sieht beim Ausbau von Rechenzentren in Deutschland und Europa erheblichen Nachholbedarf. Im ZDF-„Morgenmagazin“ erklärte der CDU-Politiker, die Nachfrage sei derzeit enorm. Zwar liefen bereits zahlreiche Gespräche mit Investoren, doch aus seiner Sicht könnte das Interesse noch deutlich größer sein. Vor allem wünscht er sich, dass auch die europäische Wirtschaft den Ausbau stärker als bedeutende Investitionschance begreift.
Nach Einschätzung Wildbergers haben Deutschland, Europa und viele Unternehmen in den vergangenen 15 Jahren das Cloud-Geschäft nicht entschlossen genug vorangetrieben. Es gebe daher viel aufzuholen. Gleichzeitig betonte er, dass sich in Deutschland inzwischen einiges bewege. Als Beispiel nannte er die Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung. Ihr Ziel sei es, die Rechenleistung nicht nur zu verdoppeln, sondern die Kapazitäten für Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz sogar zu vervierfachen. Dieses Vorhaben soll nach seinen Worten innerhalb von dreieinhalb Jahren erreichbar sein.
Die Strategie der Bundesregierung sieht konkret vor, dass die Leistung allgemeiner Rechenzentren bis 2030 im Vergleich zu 2025 mindestens verdoppelt wird. Die Kapazitäten für KI sollen im selben Zeitraum auf mindestens das Vierfache wachsen. Dafür umfasst das Konzept 28 Maßnahmen. Im Mittelpunkt steht vor allem, Planungs- und Genehmigungsverfahren für neue Rechenzentren zu beschleunigen. Zugleich soll der Ausbau möglichst nachhaltig erfolgen, etwa durch den Einsatz erneuerbarer Energien beim Betrieb der Anlagen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber