Mit „Star Trek: Strange New Worlds“ ist das Science-Fiction-Universum zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Das Franchise feiert in diesem Jahr sein 60. Jubiläum, und die Serie erzählt von der Enterprise unter dem Kommando von Captain Christopher Pike (Anson Mount) – also noch vor der Zeit, in der James T. Kirk das Schiff übernimmt. Der spätere Kult-Kapitän gehört aber bereits jetzt zur Crew.
Die bei vielen Fans beliebte Reihe steuert inzwischen auf ihr Ende zu. Staffel 4 und die abschließende fünfte Staffel wurden direkt hintereinander produziert. Die vierte Staffel läuft seit dem 23. Juli bei Paramount+ und wird im Wochentakt veröffentlicht. Die finale fünfte Runde soll 2027 starten.
Wie schon in den bisherigen 30 Episoden schicken die Produzenten die Enterprise auch diesmal wieder an ungewöhnliche Orte und in völlig neue Situationen – ganz im Sinne des klassischen „Star Trek“-Gedankens, Welten zu entdecken, die noch niemand zuvor gesehen hat. Die zehn neuen Folgen präsentieren sich dabei erneut als bunter Ausflug durch verschiedene Genres.
„Star Trek“ trifft Muppets
Schauspielerin Celia Rose Gooding, die Nyota Uhura spielt, betont im Gespräch mit der dpa, dass die Serie schon immer stark mit unterschiedlichen Erzählformen gearbeitet habe. In Staffel 4 und 5 gehe man dabei aber noch weiter ans Extreme – spannend, mitreißend und zugleich sehr herausfordernd.
Ein besonders auffälliges Beispiel ist die Episode „Level Five Transporter Accident“. Durch eine Fehlfunktion des Transporters wird fast die gesamte Besatzung in Puppen verwandelt – nur Spock (Ethan Peck) bleibt verschont. Die Figuren stammen aus der Werkstatt von Jim Henson, Regie führte Jordan Canning, die unter anderem durch „Die Fraggles“ bekannt ist.
Die Folge zählt zu den originellsten Einfällen der Seriengeschichte, selbst in einer Reihe, die bereits mit einer Musical-Episode experimentiert hat. Natürlich liefert die Handlung dafür die übliche pseudowissenschaftliche Erklärung. Im Mittelpunkt stehen aber vor allem die praktischen Probleme – denn die Computer der Enterprise lassen sich mit Puppenhänden nur schwer bedienen.
Dinosaurier, Western und Horror an Bord
Auch in den übrigen Folgen geht es wild weiter: Die Crew trifft unter anderem auf Dinosaurier, reitet durch ein Western-Szenario und landet auf einem Geisterschiff, wo sich eine blutige Geschichte entfaltet, die wie ein Horrorfilm wirkt. Bei den Beteiligten hinterlässt dieses Erlebnis sogar traumatische Erinnerungen. Die Episode gehört damit zu den düstersten, die das „Star Trek“-Universum bislang hervorgebracht hat.
Bei den Darstellern kommt dieser mutige Genre-Mix gut an. Rebecca Romijn, die Una Chin-Riley alias Nummer Eins spielt, sagt, gerade solche Folgen machten am meisten Spaß. Sie stellten das Ensemble immer wieder vor neue Herausforderungen, und genau darin liege ihr besonderer Reiz. Neue Drehbücher würden die Schauspieler regelmäßig überraschen.
Für Celia Rose Gooding ist dabei entscheidend, dass sich die Serie trotz aller Experimente weiterhin eindeutig wie „Star Trek“ anfühlt. Gerade dieser Spagat zwischen neuen Ideen und vertrauter Identität funktioniere besonders gut.
Klassisches Serienprinzip mit größerem Bogen
„Strange New Worlds“ folgt weiterhin einem klassischen TV-Prinzip: Viele Episoden erzählen in sich geschlossene Geschichten. Gleichzeitig zieht sich aber eine größere Rahmenhandlung durch die Serie, die eng mit späteren Ereignissen der nicht immer ganz widerspruchsfreien „Star Trek“-Zeitlinie verbunden ist.
Das dramatische Schicksal von Captain Pike
Während James T. Kirk (Paul Wesley) immer mehr Raum in der Handlung einnimmt, bleibt das drohende Schicksal von Captain Pike das emotionale Zentrum. Seit einem Blick in seine Zukunft weiß Pike, dass ihn ein schwerer Unfall erwartet, der ihn lähmen und ihm die Fähigkeit zu sprechen nehmen wird.
Am Ende der dritten Staffel durfte er für einen kurzen Moment erleben, wie sein Leben ohne dieses Ereignis bis ins hohe Alter verlaufen wäre, bevor er in seine Realität zurückkehren musste. Laut Anson Mount hat diese Erfahrung seine Figur tief verändert.
Pike habe in den ersten drei Staffeln immer wieder lernen müssen, dass nicht nur das Ziel, sondern vor allem der Weg zählt. Inzwischen habe er diese Erkenntnis verinnerlicht. Dadurch wirke er als Anführer deutlich gelassener und souveräner. Zugleich sei ihm heute stärker bewusst, wie sehr seine persönlichen Entscheidungen das Leben aller Menschen um ihn herum beeinflussen.
Nachdem Staffel 3 bei Fans gemischte Reaktionen ausgelöst hatte, ist die Enterprise in den neuen zehn Folgen wieder klarer auf Kurs. Mit originellen Ideen, kinoreifer Optik und großer Lust am Experiment knüpft Staffel 4 wieder stärker an die Qualitäten an, die die Serie in ihren frühen Jahren besonders gemacht haben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber