Deutsche 4×200-Meter-Staffel holt EM-Bronze und deutschen Rekord in Paris
Lukas Märtens ist mit einer Medaille in sein erstes Becken-Finale bei den Schwimm-Europameisterschaften in Paris gestartet. Gemeinsam mit Timo Sorgius, Jarno Bäschnitt und Cornelius Jahn schwamm der 400-Meter-Olympiasieger mit der deutschen 4×200-Meter-Freistilstaffel zu Bronze und bescherte dem deutschen Team am ersten Tag der Beckenwettbewerbe die erste Medaille.
Das DSV-Quartett kam nach 7:02,28 Minuten ins Ziel und unterbot damit den bisherigen deutschen Rekord aus dem Jahr 2009 um fast eine Sekunde. An der alten Bestmarke war damals auch Schwimm-Ikone Paul Biedermann beteiligt. Noch etwas schneller waren lediglich die favorisierten Teams aus Großbritannien mit 7:01,52 Minuten und Frankreich mit 7:02,23 Minuten.
Nach dem Rennen reckten die deutschen Bronze-Gewinner um Märtens die Arme in die Höhe und genossen den Moment auf dem Podest. „Ich bin so stolz auf das ganze Team, auf das was wir geschafft haben“, sagte Märtens in der Interviewzone des Centre Aquatique Olympique in Paris. Zugleich richtete er den Blick schon nach vorn: „In zwei Jahren haben wir nochmal Olympische Spiele – hoffentlich wieder in der Konstellation – und dann legen wir da weiter nach!“
Bereits im Vorlauf am Vormittag hatten die Deutschen ihre Stärke gezeigt. Angeführt von Startschwimmer Märtens legten sie in 7:04,83 Minuten die schnellste Zeit vor und verwiesen Großbritannien sowie Litauen auf die nächsten Plätze.
Nach dem Vorlauf hatte Märtens noch betont, dass das Team trotz der starken Leistung ruhig bleiben müsse, da am Morgen bereits eine sehr schnelle Zeit erreicht worden sei. Im Finale steigerte sich die Staffel jedoch noch einmal. Vor allem Bäschnitt und Jahn überzeugten mit starken Auftritten, die in dieser Form nicht unbedingt zu erwarten gewesen waren.
Während Märtens als Olympiasieger, Weltrekordhalter und Weltmeister große Momente schon kennt, war es für seine Staffelkollegen der bislang größte Erfolg ihrer Karrieren. Der 20 Jahre alte Bäschnitt sagte: „Ich kann gar nicht beschreiben, wie stolz ich darauf bin, mit den Jungs das erreicht zu haben. Das werde ich, glaube ich, nie vergessen.“
Wenige Minuten zuvor hatten die deutschen Frauen über 4×200 Meter Freistil Bronze denkbar knapp verpasst. Maya Tobehn, Linda Roth, Nina Holt und Nicole Maier fehlte als Vierten nur eine Hundertstelsekunde auf einen Podestplatz. In 7:49,14 Minuten verbesserten sie zwar einen 20 Jahre alten deutschen Rekord, an dem unter anderem Britta Steffen beteiligt war, die Enttäuschung war aber dennoch groß. „Es ist hart, aber so ist der Sport“, sagte Holt.
Für Märtens war die Staffel nur der Auftakt in eine möglicherweise weitere erfolgreiche EM. Über 400 Meter Freistil könnte er mit Gold seine Sammlung weiter ausbauen, über 200 Meter Freistil zählt der 24-Jährige ebenfalls zu den Medaillenkandidaten. Bis zu den Vorläufen am Donnerstag hat er zunächst Pause.
Schon am Dienstag stehen aus deutscher Sicht weitere Entscheidungen an. Luca Nik Armbruster erreichte das Finale über 50 Meter Schmetterling und verbesserte im Halbfinale in 22,71 Sekunden seinen eigenen deutschen Rekord um 13 Hundertstelsekunden. Ebenfalls in Endläufen stehen Lise Seidel über 200 Meter Rücken und Melvin Imoudu über 100 Meter Brust.
Besonders gute Medaillenchancen hat Isabel Gose. Die 24-Jährige, die in der Seine bereits zwei Freiwasser-Goldmedaillen gewann, qualifizierte sich als Zweite der Vorläufe für das Finale über 800 Meter Freistil. Schneller war nur ihre italienische Rivalin Simona Quadarella. Auch Maya Werner darf sich Hoffnungen auf einen Podestplatz machen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber
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