Wirtschaft

Warum immer mehr Rentner jobben

Immer mehr Rentner arbeiten weiter – und ausgerechnet Selbstständige schuften oft noch über 40 Stunden pro Woche.

05.08.2026, 08:54 Uhr

Mehr Rentnerinnen und Rentner arbeiten auch nach dem Ruhestand weiter

In Deutschland geht unter den jüngeren Seniorinnen und Senioren der Anteil derjenigen nach oben, die trotz Altersrente noch beruflich aktiv sind. Nach Daten des Mikrozensus war im vergangenen Jahr rund jede siebte Person zwischen 65 und 74 Jahren neben dem Rentenbezug noch erwerbstätig. Das entspricht 14 Prozent. Im Vorjahr hatte der Wert noch bei 13 Prozent gelegen, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Von den arbeitenden Ruheständlerinnen und Ruheständlern war etwas mehr als ein Viertel, nämlich 27 Prozent, selbstständig. Unter den Angestellten und Arbeiterinnen beziehungsweise Arbeitern übte die Mehrheit einen Minijob oder eine ähnliche geringfügige Beschäftigung aus: 65 Prozent arbeiteten höchstens 70 Tage im Jahr und verdienten damals nicht mehr als 556 Euro monatlich.

Auffällig sind auch die Unterschiede bei der Arbeitszeit. Selbstständige leisteten deutlich häufiger lange Wochenarbeitszeiten. 28 Prozent von ihnen gaben an, mehr als 40 Stunden pro Woche zu arbeiten. Bei den abhängig Beschäftigten traf das lediglich auf 8 Prozent zu.

Mit zunehmendem Alter sinkt die Erwerbstätigkeit

Besonders verbreitet ist die Weiterbeschäftigung direkt nach dem Eintritt in die Rente. Bei den 65- und 66-Jährigen hatten noch 19 Prozent einen Job. Mit steigendem Alter nimmt dieser Anteil jedoch klar ab. In der Gruppe der 73- und 74-Jährigen waren es nur noch 8 Prozent.

Auch das Bildungsniveau spielt eine Rolle. Menschen mit höherer Bildung bleiben häufiger berufstätig als Personen mit mittlerem oder niedrigem Abschluss. Während 18 Prozent der Hochgebildeten im Rentenalter noch arbeiteten, waren es bei mittlerem Bildungsniveau 12 Prozent und bei niedrigem 10 Prozent.

Eine weitere Befragung aus dem Jahr 2023 zeigt zudem, dass finanzielle Gründe für viele eine wichtige Rolle spielen. Ein Drittel der arbeitenden Rentnerinnen und Rentner nannte Geld als Motiv. Ebenso oft wurden aber auch Freude an der Arbeit und der Wunsch genannt, weiterhin am sozialen Leben teilzuhaben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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