Wirtschaft

Warum Deutsche plötzlich sparen – und kaum noch kaufen

Wirtschaftshoffnung wächst – doch warum halten die Deutschen ihr Geld weiter eisern zusammen?

28.10.2026, 08:00 Uhr

Der private Konsum dürfte der deutschen Wirtschaft wegen der weiterhin schwachen Kaufbereitschaft kaum spürbaren Rückenwind geben. In ihrer aktuellen Untersuchung zum Konsumklima erwarten die Institute GfK und NIM für November sogar einen leichten Dämpfer. Der entsprechende Index liegt derzeit bei -30,8 Punkten. Ein Jahr zuvor hatte er noch -22,8 Punkte erreicht.

Sparneigung nimmt leicht ab

Nach Einschätzung der Nürnberger Forscher bleibt die Konsumstimmung damit klar unter dem Niveau des Vorjahres. Positiv sei zwar, dass sich die Erwartungen an die allgemeine Wirtschaftsentwicklung verbessert hätten und Ökonomen wieder mit Wachstum rechneten. Auch die Bereitschaft zu sparen gehe etwas zurück. Gleichzeitig verschlechtern sich jedoch sowohl die Anschaffungsneigung – also die Lust auf größere Käufe – als auch die Erwartungen an das eigene Einkommen. Letztere waren bereits im Vormonat deutlich eingebrochen und gaben nun erneut leicht nach.

Laut NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl schauen viele Verbraucher inzwischen etwas zuversichtlicher auf die gesamtwirtschaftliche Lage. Beim Blick auf die persönliche finanzielle Situation dominiere jedoch weiter die Skepsis. Trotz des erneut gewährten Tankrabatts sei bislang eher eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau zu erkennen als eine echte Verbesserung.

Sorge vor weiter steigenden Preisen

Bürkl zufolge wird die Bereitschaft zu größeren Ausgaben vor allem durch wachsende Inflationsängste und gedämpfte Einkommensaussichten gebremst, auch wenn die Sparneigung leicht nachlasse. Die Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung sei zwar vorhanden, spiegele sich aber bislang nicht in einer höheren Ausgabebereitschaft wider.

Das Konsumklima wird seit 1974 regelmäßig erhoben, seit 1980 monatlich. Für die aktuelle Studie wurden im Auftrag der EU-Kommission zwischen dem 1. und 12. Oktober 2026 insgesamt 2.000 Verbraucherinnen und Verbraucher befragt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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