Wirtschaft

VW- und Audi-Rückruf: Was Fahrer jetzt wissen müssen

Lenkungsausfall droht: VW ruft Hunderttausende Autos zurück. Welche Modelle betroffen sind – und was Fahrer jetzt tun müssen.

25.09.2026, 16:10 Uhr

Der Volkswagen-Konzern bittet in Deutschland vorsorglich fast eine Million Fahrzeuge in die Werkstatt. Weltweit liegt die Zahl deutlich höher. Anlass ist eine Schraube an der Lenkung, die unter bestimmten Bedingungen rosten kann und deshalb durch ein robusteres Bauteil ersetzt werden soll.

Worum geht es?

Betroffen ist eine Befestigungsschraube der Lenkung. Nach Angaben von VW und Audi kann diese bei bestimmten Umwelteinflüssen und nach vielen Jahren Einsatz – insbesondere bei häufiger Belastung durch Streusalz – korrodieren. Entdeckt wurde das mögliche Problem im Rahmen interner Qualitätskontrollen.

Welche Folgen drohen im Extremfall?

Wenn die Korrosion weiter fortschreitet, kann in Einzelfällen die Befestigung der Lenkung und damit ihre Funktion beeinträchtigt werden. Im schlimmsten Fall könnte das Fahrzeug dann nicht mehr sicher kontrolliert werden. Das Kraftfahrt-Bundesamt teilte jedoch mit, dass bislang keine Unfälle mit Personen- oder Sachschäden bekannt sind. Auch Audi verweist darauf.

Welche Modelle sind betroffen?

Volkswagen

Zurückgerufen werden die Modelle:

  • Tiguan
  • Touran
  • Caddy
  • Golf Variant
  • Golf Sportsvan

Betroffen sind Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum September 2013 bis Juli 2024. Laut KBA geht es weltweit um knapp 2,16 Millionen Fahrzeuge, davon rund 900.000 in Deutschland.

Audi

Auch der Audi Q3 ist betroffen, und zwar aus dem Bauzeitraum 31. Oktober 2017 bis 23. Mai 2024. Weltweit betrifft das fast 700.000 Fahrzeuge, in Deutschland gut 58.500.

Seat

Zusätzlich gibt es einen Rückruf für die Modelle:

Audi
Neben VW gibt es auch Rückrufe von Audi und Seat. (Archivbild) Quelle: Daniel Karmann/dpa
  • Ateca
  • Tarraco

Hier liegt der Produktionszeitraum zwischen April 2016 und September 2024. Wie viele Fahrzeuge genau betroffen sind, wurde zunächst nicht genannt.

Für weitere Konzernmarken wie Skoda waren in der Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes zunächst keine entsprechenden Hinweise zu finden.

Kann das Auto weiter genutzt werden?

Ja. Nach Angaben von Volkswagen dürfen die Fahrzeuge weiter gefahren werden. Zwar ist in allen betroffenen Autos die fragliche Schraube verbaut, doch wie stark ein Fahrzeug tatsächlich gefährdet ist, hängt unter anderem davon ab, wie intensiv es etwa mit Streusalz in Kontakt gekommen ist.

Wie erfahre ich, ob mein Auto betroffen ist?

Die Halterinnen und Halter der infrage kommenden Fahrzeuge sollen schriftlich informiert werden. In dem Anschreiben stehen alle wichtigen Angaben zum Ablauf des Rückrufs und zu den Ansprechpartnern. Wer kein Schreiben erhält, ist nach Unternehmensangaben nicht betroffen.

Wer trotzdem sicher gehen möchte, kann sich an einen VW-Servicepartner, also etwa einen Händler oder eine Werkstatt, wenden. Maßgeblich ist dabei die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN), die in der Zulassungsbescheinigung steht.

Auch telefonisch gibt es Auskunft:

  • VW: 0800 8655 792 436
  • Audi: 0800 2834 7378 423

Hilfreich ist dabei der jeweilige Rückrufcode:

  • 48VS für VW
  • 48LG für Audi
  • 48T7 für Seat

Was wird in der Werkstatt gemacht?

In der Werkstatt wird die betroffene Verschraubung ersetzt. Die Reparatur dauert laut VW bis zu einer Stunde und ist für Kundinnen und Kunden kostenlos.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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