Als erster Vertreter der Grünen wird der frühere Wirtschaftsstaatssekretär Philipp Nimmermann Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank. Der Bundesrat stimmte für den 60-jährigen Ökonomen als Nachfolger von Burkhard Balz, der die Notenbank bereits Ende August verlassen hatte. Zuvor hatte der Finanzausschuss dem Bundesrat empfohlen, Nimmermann für den Posten zu berufen.
Welche Zuständigkeiten Nimmermann innerhalb des sechsköpfigen Führungsgremiums übernehmen soll, will der Bundesbank-Vorstand erst nach seinem Amtsantritt in Frankfurt entscheiden.
Stationen in Politik und Verwaltung
Der promovierte Volkswirt war in insgesamt drei Ministerien als Staatssekretär tätig. Zuletzt arbeitete er von 2023 bis 2025 im Bundeswirtschaftsministerium unter Robert Habeck und verantwortete dort die Bereiche Energie- und Klimapolitik.
Zuvor war Nimmermann von 2019 bis 2023 im hessischen Wirtschaftsministerium tätig, wo er sich unter anderem um die Stärkung des Finanzplatzes Frankfurt kümmerte. Seine erste politische Führungsrolle übernahm er zwischen 2014 und 2019 im von den Grünen geführten Finanzministerium in Schleswig-Holstein.
Erfahrungen aus der Finanzbranche
Vor seinem Wechsel in die Politik war Nimmermann rund 15 Jahre bei der BHF Bank in Frankfurt beschäftigt. Dort machte er Karriere vom Ökonomen bis zum Chefvolkswirt. Das Institut gehört inzwischen zur französischen Privatbank Oddo.
Regeln für die Besetzung des Bundesbank-Vorstands
Der Vorstand der Bundesbank setzt sich aus sechs Mitgliedern zusammen. Nach dem Bundesbankgesetz werden jeweils drei Mitglieder von der Bundesregierung und drei von den Bundesländern benannt. Bei der aktuellen Neubesetzung lag das Vorschlagsrecht bei Baden-Württemberg. Die Amtszeit der Vorstandsmitglieder beträgt acht Jahre.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber