Wirtschaft

Vor Tankrabatt: Benzin zieht an – Diesel fällt

Ab Mitternacht wird Tanken günstiger – aber wie stark fallen die Preise wirklich? Die kleinen Änderungen der letzten Tage haben es in sich.

30.04.2026, 10:10 Uhr

Kurz vor dem Start des Tankrabatts haben sich Benzin und Diesel am Donnerstagmittag so stark verteuert wie noch nie seit Einführung der 12-Uhr-Regel. Nach Angaben des ADAC stieg der bundesweite Durchschnittspreis zwischen 11.45 Uhr und 12.15 Uhr bei Diesel um 17,7 Cent je Liter, bei Super E10 um 15,4 Cent. Beide Kraftstoffsorten lagen damit vor und nach diesem Sprung zudem klar über dem Niveau des Vortags.

Das deutet darauf hin, dass auch der Tagesdurchschnitt für Donnerstag deutlich höher ausfallen dürfte. Besonders beim Diesel ist damit fraglich, ob der Tankrabatt ab Freitag ausreichen wird, um den Preis wieder unter die Marke von 2 Euro je Liter zu drücken. Bei E10 gelten die Chancen als deutlich besser.

Am Mittwoch war noch kaum Bewegung zu sehen

Am Mittwoch hatten sich die kräftig steigenden Ölpreise im bundesweiten Tagesmittel noch kaum niedergeschlagen. Super E10 verteuerte sich im Vergleich zum Vortag nur um 0,3 Cent auf 2,106 Euro je Liter. Diesel wurde sogar um 0,4 Cent günstiger und kostete im Schnitt 2,196 Euro pro Liter.

Steuerrabatt gilt ab Mitternacht

Der staatliche Nachlass beträgt 16,7 Cent pro Liter und greift ab Mitternacht. Wann und in welchem Tempo dieser Vorteil tatsächlich bei den Autofahrerinnen und Autofahrern ankommt, bleibt aber offen. Eine unmittelbare Pflicht für Tankstellen, die Preise sofort zu senken, gibt es nicht.

Hinzu kommt: Der Rabatt gilt nur für Kraftstoff, der erst nach Mitternacht Raffinerien und große Lager verlässt. Deshalb rechnen manche Marktbeobachter eher mit einem schrittweisen Rückgang der Preise als mit einer sofortigen Entlastung.

Seit gut einer Woche geht es vor allem nach oben

Seit mehr als einer Woche zeigt die Tendenz bei Spritpreisen insgesamt nach oben. Der bundesweite Tagesdurchschnitt für E10 stieg am Mittwoch bereits den achten Tag in Folge. Beim Diesel hatte es vor dem aktuellen leichten Minus zuvor sechs Anstiege hintereinander gegeben.

Im Vergleich zur Vorwoche war Diesel damit zuletzt fast 7 Cent pro Liter teurer, E10 kostete mehr als 4 Cent mehr.

Auch der Ölpreis belastet weiter

Als wichtiger Treiber gilt der zuletzt kräftig gestiegene Ölpreis. Die Nordseesorte Brent, die für Europa besonders relevant ist, war zuletzt auf den höchsten Stand seit 2022 geklettert. Das verschlechtert die Aussichten für dauerhaft sinkende Spritpreise trotz des anstehenden Tankrabatts.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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