Wirtschaft

US-Richterin stoppt Warner-Deal: jetzt wackelt alles

Platzt der 111-Milliarden-Deal? Im Paramount-Warner-Poker feiern Gegner vor Gericht einen ersten wichtigen Sieg.

20.07.2026, 19:39 Uhr

Nach einer Klage von zwölf US-Bundesstaaten ist die geplante Übernahme von Warner Brothers durch den Rivalen Paramount vorerst gestoppt worden. Ein Gericht setzte den Vollzug des Zusammenschlusses zunächst für zwei Wochen aus. In diesem Zeitraum soll darüber verhandelt werden, ob eine länger geltende einstweilige Verfügung gegen den mehr als 100 Milliarden US-Dollar schweren Deal erlassen wird.

Die klagenden Bundesstaaten sehen durch die Fusion Gefahren für den Wettbewerb, insbesondere bei erfolgreichen Kinofilmen. Ihrer Auffassung nach könnte ein gemeinsamer Konzern zu viel Marktmacht bündeln und damit Kinos zusätzlich unter Druck setzen. Die zuständige Richterin hielt diese Argumentation zumindest in Teilen für nachvollziehbar: Paramount und Warner würden zusammen einen bedeutenden Anteil des Marktes kontrollieren, was eine vorläufige Aussetzung rechtfertige.

Zuvor hatte die US-Regierung die Transaktion ohne Auflagen freigegeben. Das Justizministerium war zu dem Schluss gekommen, dass die Fusion weder den Wettbewerb noch die Interessen der Verbraucher beeinträchtige – weder im Fernseh- und Streaminggeschäft noch bei der Filmproduktion. Laut einem Bericht des Wall Street Journal soll die Führung des Ministeriums den Deal jedoch bereits gebilligt haben, bevor die zuständigen Fachjuristen ihre Empfehlung abgeben konnten.

Trump-naher Investor setzte sich gegen Netflix durch

Hinter Paramount steht die Familie des Software-Unternehmers Larry Ellison, der als Unterstützer von Präsident Donald Trump gilt. Bereits im vergangenen Jahr hatte Netflix eine Vereinbarung mit Warner über den Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts getroffen. Paramount legte jedoch nach und bot schließlich mehr für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery – einschließlich Fernsehsendern wie CNN. Das Gesamtvolumen des Geschäfts beläuft sich nun auf rund 111 Milliarden US-Dollar.

Kritiker Trumps in den USA warnen, dass CNN unter einem Paramount-Dach an journalistischer Unabhängigkeit verlieren könnte. Sie verweisen auf andere Fälle, in denen Medienunternehmen nach Übernahmen durch milliardenschwere Eigentümer mit Nähe zum Präsidenten ihren Kurs verändert hätten. Trump selbst hatte mehrfach betont, dass ihm bei einem Warner-Verkauf besonders wichtig sei, dass auch der ihm gegenüber oft kritische Nachrichtensender CNN den Besitzer wechselt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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