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Jetzt wird’s ernst: Tschechien plant Handy-Aus

Ab 2027 sollen Handys und Smartwatches aus Tschechiens Klassen fliegen. Populismus oder nötig? Kritiker warnen vor Schülerfrust.

20.07.2026, 19:24 Uhr

In Tschechien sollen Mobiltelefone und andere elektronische Kommunikationsmittel wie Smartwatches künftig aus den Schulen verbannt werden. Die rechtsgerichtete Regierung von Ministerpräsident und Milliardär Andrej Babiš hat dazu einen Gesetzentwurf verabschiedet. In Kraft treten soll die Regelung am 1. September 2027. Zuvor müssen jedoch noch Abgeordnetenhaus und Senat zustimmen.

Kritik von Opposition und Kinderrechte-Beauftragtem

Aus der Opposition kam scharfer Widerspruch. Dort ist von einem populistischen Vorstoß die Rede. Statt eines generellen Verbots sollten Kinder nach Ansicht der Kritiker besser im sinnvollen Umgang mit digitalen Medien geschult und Schulen im ganzen Land mit Tablets ausgestattet werden. Der Vorsitzende der Bürgerdemokraten (ODS), Martin Kupka, warnte, ein flächendeckendes Handyverbot mache Lehrkräfte zu Kontrolleuren der Schultaschen.

Auch der tschechische Beauftragte für Kinderrechte, Martin Beneš, lehnt das Vorhaben ab. Er befürchtet, dass Schülerinnen und Schüler Schule dadurch als einen Ort erleben könnten, der ihre Freiheit beschneidet, ohne sie an den Regeln zu beteiligen. Zudem hält er eine gesetzliche Regelung für unnötig, da nach seinen Angaben bereits 93 Prozent der Schulen den Umgang mit Smartphones in ihren Hausordnungen festgelegt haben.

Verbot soll auch in Pausen gelten

Die Befürworter des Gesetzes verweisen darauf, dass sich damit die Aufmerksamkeit im Unterricht verbessern und Mobbing über soziale Netzwerke eindämmen lasse. Das geplante Verbot soll nicht nur während der Unterrichtszeit gelten, sondern auch in den Pausen, beim Mittagessen und in der Nachmittagsbetreuung. Betroffen wären alle Kinder und Jugendlichen bis zum Ende der neunjährigen Schulpflicht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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