Lebenslange Haft für Mitgründer des Sinaloa-Kartells
Ein Bundesrichter in New York hat den Mitbegründer eines der einflussreichsten Drogenkartelle Mexikos zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach Angaben des US-Justizministeriums muss der 76-jährige Ismael „El Mayo“ Zambada wegen seiner führenden Rolle im Sinaloa-Kartell den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen.
Zambada galt lange als enger Vertrauter von Joaquín „El Chapo“ Guzmán, der ebenfalls in den USA inhaftiert ist. Nach jahrzehntelanger Flucht wurde Zambada vor rund zwei Jahren im westmexikanischen Bundesstaat Sinaloa offenbar von einem Sohn Guzmáns hintergangen, verschleppt und anschließend in die Vereinigten Staaten gebracht. Dort bekannte er sich schuldig – mutmaßlich auch in der Hoffnung, angesichts seines Alters und seines angeschlagenen Gesundheitszustands mildere Haftbedingungen zu erhalten.
Dem US-Justizministerium zufolge steuerte „El Mayo“ über fast 40 Jahre hinweg den Schmuggel großer Mengen von Fentanyl, Kokain und weiteren gefährlichen Drogen in die USA. Außerdem habe er ein besonders brutales und gewaltsames Vorgehen des Kartells angeordnet, um seine Machtstellung zu sichern.
Das Gericht in New York sprach ihn unter anderem der Verschwörung im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität sowie der Leitung einer kriminellen Organisation schuldig. Zusätzlich soll Zambada Vermögenswerte in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar einziehen lassen.
Seine spektakuläre Verschleppung, die später auch von der mexikanischen Generalstaatsanwaltschaft bestätigt wurde, belastete das Verhältnis zwischen Mexiko und den USA. Die mexikanische Regierung zweifelt die Darstellung aus Washington an, wonach keine US-Behörden an dem Vorgang beteiligt gewesen seien.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber