Wirtschaft

US-Alarm: Hacker nehmen Kühlanlagen weltweit ins Visier

Aus der Ferne gehackt: US-Behörden warnen, dass Kühlanlagen in Supermärkten und Kliniken weltweit ins Visier geraten.

06.11.2026, 09:27 Uhr

US-Behörden warnen vor anhaltenden Cyberattacken auf Kühlsysteme

Nach mehreren Hackerangriffen auf Kühlanlagen in Supermärkten warnen das FBI und weitere US-Behörden vor einer fortbestehenden Gefahr. In einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung erklärten das FBI, die Cybersicherheitsbehörde CISA sowie die US-Ministerien für Gesundheit, Landwirtschaft und Verkehr, dass Kriminelle weltweit Schwachstellen in solchen Systemen ausnutzen.

Nach Angaben von FBI-Cyberchef Brett Leatherman geraten diese Einrichtungen der kritischen Infrastruktur sektorübergreifend rund um den Globus ins Visier. Auch Chris Butera von der CISA betonte, jede Organisation, die Kühl- und Überwachungstechnik einsetze, müsse grundsätzlich damit rechnen, Ziel eines Angriffs zu werden.

Gelingen solche Attacken, können Täter die Temperatur in den Anlagen manipulieren. Das kann nicht nur zum Verderb von Waren führen, sondern auch Brandrisiken erhöhen und die Lebensdauer der Geräte verkürzen. Die Behörden empfehlen daher unter anderem, die Systeme möglichst vom Internet zu trennen, Zugangsdaten zu erneuern und veraltete Technik zu ersetzen.

Vorfälle in Europa und den USA

Seit Mitte Oktober wurden in mehreren europäischen Staaten Angriffe auf Kühl- und Gefriersysteme in Supermärkten und Lebensmittelunternehmen registriert. Dabei sollen Angreifer aus der Ferne die Temperaturen in Kühlschränken und Tiefkühltruhen erhöht haben, wodurch Waren unbrauchbar wurden.

Betroffen waren unter anderem Frankreich, Belgien, Schweden, Irland, die Niederlande, Estland, Finnland und Deutschland. Anfang November traf es zudem die französische Blutbank. Medienberichten zufolge untersuchen auch die USA mehrere ähnliche Fälle. Die EU-Kommission reagierte bereits mit der Einberufung eines Krisentreffens. Wer für die Angriffe verantwortlich ist, ist bislang nicht bekannt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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