Wirtschaft

Überraschung: Ifo-Klima zieht plötzlich an

Überraschung beim Ifo-Index: Statt Absturz steigt die Stimmung. Ist das die Wende für die deutsche Wirtschaft?

22.05.2026, 10:43 Uhr

Ifo-Geschäftsklima legt im Mai leicht zu

Nach den Rückschlägen der vergangenen Monate hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im Mai etwas verbessert. Das Ifo-Geschäftsklima erhöhte sich nach Angaben des Münchner Instituts um 0,4 Punkte auf 84,9 Zähler. Maßgeblich dazu beigetragen hat vor allem eine spürbare Aufhellung im Dienstleistungssektor.

Volkswirte hatten im Vorfeld eher mit einer weiteren Abschwächung gerechnet. Im Durchschnitt waren sie von einem Rückgang auf 84,2 Punkte ausgegangen. Laut Ifo beurteilten die befragten Unternehmen sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Aussichten für die kommenden Monate positiver. Ifo-Präsident Clemens Fuest erklärte, die deutsche Wirtschaft stabilisiere sich zunächst, bleibe jedoch anfällig.

Auch LBBW-Experte Jens-Oliver Niklasch sprach von einem unerwartet freundlichen Signal. Angesichts der zuletzt schwachen Nachrichtenlage sei dies durchaus überraschend. Seiner Einschätzung nach könnte sich nun eine Bodenbildung andeuten. Zudem sei der Auftragsbestand weiterhin vergleichsweise hoch. Das könne eine Grundlage für eine spätere Erholung sein, etwa wenn die Energiepreise nachgeben oder sich das allgemeine Umfeld verbessert.

Kritische Stimmen trotz leichter Erholung

Weniger optimistisch äußerte sich Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Aus seiner Sicht zeigt der geringe Anstieg lediglich, dass sich der wichtige Frühindikator nach zwei Rückgängen in Folge auf niedrigem Niveau stabilisiert hat. Der übergeordnete Trend bleibe dennoch abwärtsgerichtet. Belastend wirkten weiterhin der Krieg mit Bezug zum Iran sowie die hohen Ölpreise. Sollte die Straße von Hormus länger blockiert bleiben, dürften die Risiken für die Konjunktur weiter zunehmen.

Die etwas bessere Stimmung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Ökonomen ihre Wachstumsprognosen für Deutschland zuletzt nach unten korrigiert haben. So senkte die EU-Kommission erst am Donnerstag ihre Erwartung für das Wachstum der größten europäischen Volkswirtschaft in diesem Jahr deutlich auf 0,6 Prozent. Als Grund wurden vor allem die gestiegenen Energiekosten infolge des Iran-Kriegs genannt. Die Bundesregierung geht derzeit noch von einem Plus von 0,5 Prozent aus.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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