Wirtschaft

Trotz Iran-Krieg: Deutsche Exporte im März im Plus

Deutschlands Exporte legen noch zu – doch Iran-Krieg und US-Streit könnten den Aufschwung schneller stoppen als gedacht.

08.05.2026, 08:28 Uhr

Deutsche Exporte steigen im März leicht – doch Industrie und USA-Geschäft bleiben unter Druck

Trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg haben sich die deutschen Ausfuhren im März etwas besser entwickelt als erwartet. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stiegen die Exporte gegenüber dem Vormonat kalender- und saisonbereinigt um 0,5 Prozent. Im Vergleich zum März 2025 ergab sich ein Plus von 1,9 Prozent. Analysten hatten nach dem starken Februar eigentlich mit einem Rückgang gerechnet.

Gleichzeitig zeigte sich jedoch, dass von einer echten Entwarnung keine Rede sein kann. Denn die Produktion im verarbeitenden Gewerbe sank im März unerwartet um 0,7 Prozent. Besonders der Maschinenbau und die Energieerzeugung gaben nach, während Bauwirtschaft und Autobranche zulegten.

Insgesamt exportierte Deutschland Waren im Wert von 135,8 Milliarden Euro, während Einfuhren von 121,5 Milliarden Euro verbucht wurden. Die Importe erhöhten sich gegenüber Februar um 5,1 Prozent und im Jahresvergleich um 7,2 Prozent. Der Außenhandelsüberschuss belief sich damit im März auf 14,3 Milliarden Euro. Im Februar hatte er noch 19,6 Milliarden Euro betragen.

Deutlicher Rückgang im USA-Geschäft

Die Vereinigten Staaten blieben zwar der wichtigste Absatzmarkt für deutsche Unternehmen, die Ausfuhren dorthin gingen jedoch spürbar zurück. Mit 11,2 Milliarden Euro lagen sie 7,9 Prozent unter dem Februarwert. Gegenüber dem Vorjahresmonat betrug das Minus sogar 21,4 Prozent. Ökonomen sehen darin deutliche Bremsspuren der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump.

Und neue Unsicherheit kommt hinzu: Trump droht der EU erneut mit höheren Zöllen, falls sie aus seiner Sicht zentrale Teile des transatlantischen Handelsabkommens nicht bis zum 4. Juli umsetzt. Das erhöht die Sorge, dass der im Sommer 2025 zunächst entschärfte Handelsstreit zwischen Europa und den USA wieder aufflammen könnte.

Damals hatten sich die EU und die USA auf eine Zollobergrenze von 15 Prozent für die meisten EU-Warenimporte in die USA verständigt. Im Gegenzug sagte die EU zu, Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für amerikanische Agrarprodukte zu erleichtern. Die Umsetzung geriet zuletzt jedoch ins Stocken.

EU bleibt Stütze, China schwächer

Auch die Exporte nach China sanken im März, und zwar um 1,8 Prozent gegenüber Februar. Besser lief es auf anderen Märkten: Innerhalb der Europäischen Union stiegen die deutschen Ausfuhren um 3,4 Prozent auf 78,4 Milliarden Euro und erwiesen sich erneut als wichtige Stütze. Nach Großbritannien legten die Exporte um 3,2 Prozent zu.

Krieg im Nahen Osten sorgt für Unsicherheit

Der Iran-Krieg hat die Unsicherheit in der deutschen Wirtschaft zuletzt weiter verstärkt und die Hoffnung auf eine moderate Erholung der Industrie gedämpft. Vor allem die höheren Energiepreise infolge der Kämpfe im Nahen Osten belasten die Stimmung. Hinzu kommen Probleme in den Lieferketten und höhere Kosten im Warenverkehr.

Ökonomen verweisen darauf, dass die Industrie nach einem Zwischenhoch wieder an Schwung verliert. Besonders die gestiegenen Ölpreise verteuern Transporte und Vorprodukte. Für ein exportorientiertes Land wie Deutschland ist das eine zusätzliche Belastung.

Auch aus Sicht von Wirtschaftsverbänden reicht das leichte Exportplus nicht für eine Entwarnung. Unternehmen spürten die Folgen des Kriegs zunehmend durch steigende Speditionspreise und teurere Vorleistungen. Der geringere Außenhandelsüberschuss wird deshalb bereits als Warnsignal gewertet.

Wachstumserwartungen nach unten korrigiert

Die Bundesregierung hat ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahr inzwischen deutlich gesenkt und erwartet nur noch 0,5 Prozent Wachstum. Damit wurden die Erwartungen halbiert. Neben der schwächeren Industriekonjunktur belasten der Iran-Krieg, höhere Ölpreise und die anhaltenden Zollrisiken aus den USA.

Schon 2025 war dank eines starken Dezembers erstmals seit zwei Jahren wieder ein Exportzuwachs gelungen – trotz des Zollkonflikts mit Trump. Für 2026 rechnet die Deutsche Industrie- und Handelskammer wegen des Iran-Kriegs allerdings nur noch mit einer Stagnation der Ausfuhren. Zuvor war noch ein Plus von 1,0 Prozent erwartet worden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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