IBM verfehlt Umsatzerwartungen – Aktie bricht vorbörslich ein
IBM hat im vergangenen Quartal die Erwartungen beim Umsatz nicht erreicht und damit Anleger deutlich verunsichert. Im vorbörslichen US-Handel verlor die Aktie zeitweise rund 23 Prozent an Wert. Als Ursache für die schwächere Entwicklung nannte der Konzern ein verändertes Kaufverhalten seiner Kunden.
Nach Angaben von Konzernchef Arvind Krishna investierten viele Kunden gegen Ende Juni verstärkt in Server, Speichersysteme und Arbeitsspeicher. Damit hätten sie erwartete Preissteigerungen infolge von Lieferengpässen vorweggenommen. Laut IBM war das Ausmaß dieser Verschiebung nicht absehbar gewesen.
Vor allem Speicherchips hätten sich stark verteuert, da sie in großem Umfang für den schnellen Ausbau von KI-Rechenzentren benötigt werden.
Sorge am Markt wegen möglicher KI-Folgen
IBM veröffentlichte vorzeitig ausgewählte Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal. Demnach stieg der Umsatz nach vorläufigen Berechnungen im Jahresvergleich um ein Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar (15,01 Milliarden Euro). Analysten waren im Durchschnitt von 17,9 Milliarden Dollar ausgegangen.
Während das Softwaregeschäft um fünf Prozent zulegte, gingen die Erlöse im Infrastruktursegment um sieben Prozent zurück. Krishna hatte IBM in den vergangenen Jahren stärker auf Software ausgerichtet, unter anderem durch milliardenschwere Übernahmen.
Die heftige Reaktion an der Börse dürfte auch damit zusammenhängen, dass Investoren befürchten, Künstliche Intelligenz könne mit ihren neuen Software-Möglichkeiten Teile des traditionellen IBM-Geschäfts unter Druck setzen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber