Wirtschaft

Trotz Flaute: Dax-Gewinne überraschen stark

Dax-Konzerne verdienen mehr – doch hinter den Zahlen wächst die Angst: Warum Experten Deutschlands Modell scheitern sehen

16.05.2026, 09:49 Uhr

Dax-Konzerne steigern im ersten Quartal ihre Gewinne trotz sinkender Umsätze

Obwohl die 40 Unternehmen im Dax zu Jahresbeginn weniger umgesetzt haben, konnten sie ihre Erträge insgesamt ausbauen. Nach einer Auswertung der Beratungsgesellschaft EY sanken die Erlöse im ersten Quartal im Durchschnitt um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte jedoch um 4,4 Prozent zu.

Besonders stark trug der Finanzsektor zu dieser Entwicklung bei: Die Branche steigerte ihre Gewinne um 15,9 Prozent und erreichte damit ein außergewöhnlich hohes Plus. Industrieunternehmen kamen dagegen lediglich auf einen Zuwachs von 0,5 Prozent.

Die höchsten Gewinne im Quartal erzielten die Deutsche Telekom mit 5,8 Milliarden Euro, die Allianz mit 4,5 Milliarden Euro und Eon mit 3,9 Milliarden Euro. Verluste meldeten unter den Dax-Konzernen nur Zalando und die Porsche Automobil Holding. Besonders deutlich legten die Gewinne bei Eon, Siemens Energy und dem Rückversicherer Munich Re zu. Die Autohersteller im Dax mussten dagegen durchweg Rückgänge beim Gewinn hinnehmen.

Unterschiedliche Entwicklung innerhalb des Dax

Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY, bezeichnet den Start ins neue Jahr zwar als misslungen, sieht bei genauerem Blick aber ein sehr uneinheitliches Bild. Während die Konjunktur schwach bleibe, präsentiere sich die Finanzbranche in sehr guter Verfassung. Davon profitierten Banken und Versicherer unter anderem wegen des weiterhin hohen Zinsniveaus, vergleichsweise günstiger Schadenentwicklungen und starker Schwankungen an den Märkten.

Für viele klassische Industrieunternehmen sei die Lage dagegen deutlich schwieriger. Die schwache Weltwirtschaft sowie geopolitische und handelspolitische Unsicherheiten belasteten das Geschäft teils erheblich. EY-Manager Jan Brorhilker spricht zudem von grundlegenden Herausforderungen für den Standort Deutschland. Das frühere Erfolgsmodell des exportorientierten Landes greife nicht mehr wie gewohnt. Gleichzeitig wachse der Konkurrenzdruck aus China, während die Kosten in Deutschland hoch blieben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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