Wirtschaft

Studie: Jeder Vierte in Deutschland beim ÖPNV abgehängt

ÖPNV-Schock: Wo Bus und Bahn in Deutschland top sind – und welche Regionen fast komplett abgehängt werden.

01.09.2026, 10:14 Uhr

Viele Menschen in Deutschland nur unzureichend an den Nahverkehr angebunden

Nach einer Auswertung der Denkfabrik Agora Verkehrswende sind in Deutschland rund 21 Millionen Menschen und damit etwa ein Viertel der Bevölkerung mit dem öffentlichen Nahverkehr schlecht oder überhaupt nicht ausreichend versorgt. Für ungefähr 5,6 Millionen Menschen liegt das Angebot demnach sogar unter der niedrigsten bewerteten Qualitätsstufe. Besonders betroffen sind vor allem ländlich geprägte Regionen.

Als solides Basisangebot gilt aus Sicht des Berliner Thinktanks eine Haltestelle in etwa 250 Metern Entfernung vom Wohnort, an der werktags mindestens alle 30 Minuten ein Bus fährt.

Vor allem dort, wo die Anbindung besonders schwach ist, bleiben viele Menschen auf das Auto angewiesen. Schlechte Werte zeigen sich insbesondere in Gemeinden in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie in bayerischen Regionen abseits der großen Zentren.

Frankfurt führt unter den Großstädten

Rund 30 Millionen Menschen in Deutschland verfügen laut ÖV-Atlas über eine gute oder sehr gute Anbindung an Bus und Bahn. Diese Menschen wohnen überwiegend in größeren Städten und deren Umland. Unter den Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern bietet Frankfurt am Main laut der Analyse das beste Nahverkehrsangebot. Dahinter folgen Stuttgart, München, Karlsruhe, Düsseldorf und Darmstadt.

Bei den Landkreisen schneiden vor allem die verdichteten Randzonen großer Metropolen gut ab, etwa der Landkreis München und die Region Hannover. Unter den Flächenländern erreichen Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg die besten Ergebnisse. Rheinland-Pfalz weist laut der Untersuchung das ausgewogenste Verhältnis zwischen städtischem und ländlichem Angebot auf. In Bayern, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern ist das Gefälle zwischen gut versorgten Zentren und schwach erschlossenen Gebieten dagegen besonders groß.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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