Wirtschaft

Deutsche-Bank-Chef schlägt Alarm bei Populisten

AfD klar vorn in Sachsen-Anhalt – warum Deutsche-Bank-Chef Sewing jetzt eindringlich vor Folgen für Wirtschaft warnt

02.09.2026, 09:11 Uhr

Sewing warnt vor AfD-Erfolg und Folgen für Investitionen

Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing eindringlich vor einem Erstarken populistischer Parteien gewarnt. Zum Auftakt des Handelsblatt-Bankengipfels in Frankfurt sagte er, solche Parteien gäben vor, einfache Antworten zu liefern. Tatsächlich stünden ihre Konzepte jedoch im Widerspruch zu den Grundlagen des wirtschaftlichen Erfolgs – etwa Offenheit, Vielfalt, ein starkes Europa, verlässliche Institutionen und internationale Zusammenarbeit.

Mit Blick auf die Wahl am Sonntag verwies Sewing darauf, dass die AfD in Umfragen mit großem Abstand vor den anderen Parteien liege. Selbst eine absolute Mehrheit sei demnach nicht ausgeschlossen. Der Landesverband in Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.

Sewing sagte, er hoffe persönlich, dass ein solcher Wahlausgang ausbleibe. Aus Gesprächen mit Investoren wisse er, dass viele die Entwicklung mit großer Sorge betrachteten. Es gehe zwar nicht darum, dass sofort am nächsten Tag Investitionsentscheidungen rückgängig gemacht würden. Ein starkes Abschneiden der AfD würde den Blick auf Deutschland aus Sicht vieler Anleger jedoch deutlich verändern.

Zugleich machte der Deutsche-Bank-Chef klar, dass er den Kurs einer Partei, die auf Abschottung und Nationalismus setze, für grundlegend falsch halte. Ein Austritt aus dem Euro wäre aus seiner Sicht sogar „Gift für den deutschen Wohlstand“.

Abschottung, nationalistische Tendenzen und das gezielte Schüren von Misstrauen lösten keine Probleme, warnte Sewing. Im Gegenteil: Solche Entwicklungen schadeten dem Wirtschaftsstandort, hielten Investoren und Fachkräfte fern und gefährdeten das, was Deutschland derzeit besonders brauche – wirtschaftliches Wachstum.

Gerade dieses Wachstum sei entscheidend, betonte er. Es sichere Wohlstand, ermögliche sozialen Aufstieg und stärke den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Bleibe Wachstum aus, nähmen Verteilungskonflikte zu, der finanzielle Spielraum des Staates werde kleiner und das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Demokratie leide.

Sewing warnte zudem vor den politischen Folgen der Wahl. Sie finde in einer stark polarisierten Gesellschaft statt, während die politische Mitte zunehmend unter Druck gerate. Das Ergebnis könne die politischen Verhältnisse in den Ländern, in den Parteien und auch in der Bundesregierung weiter verkomplizieren.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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