Deutschlands Radprofi Florian Lipowitz steht nach seinem schweren Sturz bei der Tour de France vor der Rückkehr ins Renngeschehen. Der 25-Jährige will am 9. September beim Giro della Toscana sein Comeback geben. Danach könnten für ihn innerhalb von vier Tagen noch drei weitere italienische Eintagesrennen folgen. Ob er dieses Programm komplett fährt, soll jedoch erst nach dem ersten Einsatz entschieden werden.
Eine Teilnahme an der Straßenrad-Weltmeisterschaft in Montreal gegen Ende des Monats ist inzwischen ebenfalls ein realistisches Szenario. Der Kurs führt über 273,7 Kilometer und umfasst 3800 Höhenmeter. Auch wenn das Profil nicht als extrem selektiv gilt, dürfte es dem Deutschen mit seinen Stärken am Berg entgegenkommen. Zudem könnten sich seine Medaillenchancen erhöhen, da ein Start von Tadej Pogacar derzeit sehr unwahrscheinlich ist. Der slowenische Weltmeister war bei der Vuelta schwer gestürzt und musste erst am Montag wegen eines gebrochenen Schlüsselbeins operiert werden.
Zunächst zählt die Belastungsprobe
Lipowitz machte deutlich, dass ihn die WM grundsätzlich sehr reizt. Gleichzeitig betonte er, dass für ihn die eigene Verfassung entscheidend sei. Sollte die Form nicht ausreichen, wolle er keinem anderen deutschen Fahrer einen Platz wegnehmen. Schließlich gebe es im Team mehrere starke Athleten, denen der Kurs in Montreal ebenfalls liegen würde.
Die bevorstehenden Rennen sollen deshalb vor allem als Standortbestimmung dienen. Nach sieben Wochen ohne Wettkampf gehe es für ihn zunächst darum, wieder in den Rhythmus zu kommen. Ergebnisse stünden dabei noch nicht im Vordergrund. Vielmehr wolle er herausfinden, wie sein Körper auf die Belastung im Rennen reagiert und wo er aktuell leistungsmäßig steht.

Der aus Schwaben stammende Fahrer war im Einzelzeitfahren der Tour de France nach einem Fahrfehler gestürzt und hatte sich dabei das Schlüsselbein gebrochen. Nach den Starts in Italien soll dann über den weiteren Saisonplan entschieden werden. Bis zur WM bleibt ihm jedoch noch ausreichend Zeit, um sich wieder in eine konkurrenzfähige Form zu bringen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber