Sparkassen starten mit „S-Neo“ in den Wettbewerb mit Neo-Brokern
Die Sparkassen treten mit einem neuen digitalen Angebot zum Wertpapiersparen gegen Anbieter wie Trade Republic und Scalable Capital an. Seit dieser Woche können Nutzerinnen und Nutzer über „S-Neo“ direkt in der Sparkassen-App mit mehr als 21.000 Wertpapieren handeln, darunter auch ETFs.
Zum Start richtet sich das Angebot an die rund 20 Millionen App-Kunden der Sparkassen. Etwa die Hälfte von ihnen verfügt bislang über kein Wertpapierdepot. Für den Zeitraum um den Jahreswechsel 2026/2027 ist vorgesehen, den Service auch für Neukunden freizugeben.
Wie hoch die Kosten für „S-Neo“ ausfallen, legt jede der 338 Sparkassen eigenständig fest. DSGV-Präsident Ulrich Reuter hatte bereits im März betont, man wolle mit dem Gesamtangebot besser aufgestellt sein als die derzeitigen Neo-Broker.
Reaktion auf den Erfolg digitaler Finanzanbieter
In den vergangenen Jahren haben vor allem Neobanken und Fintechs die Digitalisierung im Bankensektor vorangetrieben. Neben Trade Republic und Scalable Capital zählen dazu auch N26 und Revolut. Diese Anbieter konnten unter anderem mit günstigen Handelsgebühren, einer schlanken App-Oberfläche und zusätzlichen Anreizen wie attraktiven Zinsen auf nicht investiertes Guthaben wachsen.
Die Sparkassen ziehen nun nach. Mit „S-Neo“ verfolgen sie auch das Ziel, mehr Geld von wenig oder gar nicht verzinsten Konten in renditestärkere Anlageformen zu lenken. Nach Angaben des DSGV ist der Einstieg ins Wertpapiersparen für viele Menschen noch immer mit Unsicherheit verbunden. Das neue Angebot solle deshalb die Hemmschwelle senken und den Zugang zu Sparplänen, Wertpapiergeschäften und langfristigem Vermögensaufbau vereinfachen.
Ob sich „S-Neo“ am Markt durchsetzt, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob die Sparkassen wettbewerbsfähige Preise anbieten können. Ein Vorteil liegt jedoch in ihrer bestehenden Kundenbasis: Viele Nutzer können sofort loslegen, ohne erst eine weitere App herunterzuladen oder ein neues Konto zu eröffnen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber