Neun Monate nach dem aufsehenerregenden Juwelendiebstahl öffnet der Louvre am Mittwoch seine Galerie d’Apollon erneut – allerdings ohne die bisherigen Ausstellungsstücke. Die wertvollen Sammlungen und Objekte sollen künftig in einen fensterlosen Hochsicherheitsraum umziehen, sagte Louvre-Direktor Christophe Leribault der Zeitung Le Parisien.
Leribault sprach von einem bewussten Neuanfang. Die Galerie solle nicht länger mit leeren Vitrinen an den Diebstahl erinnern, sondern wieder als prunkvoller historischer Raum wirken.
Durch die Entfernung der kostbaren Exponate sollen vor allem die aufwendigen Wand- und Deckengestaltungen stärker in den Mittelpunkt rücken. Bevor das umgesetzt werden kann, müssen jedoch zunächst ein passender Standort gefunden und die Finanzierung der umfangreichen Umbauten gesichert werden.
Vergleich mit der Spiegelgalerie von Versailles
Die Galerie d’Apollon zählt zu den prachtvollsten Sälen des Louvre. Die Deckenmalereien stammen von Charles Le Brun und wurden später unter anderem von Eugène Delacroix ergänzt. Leribault verglich den Raum mit der Spiegelgalerie in Versailles und bezeichnete ihn als Teil des einstigen Königspalasts, den Besucher heute im Museum neu entdecken könnten.
Bei dem Einbruch Mitte Oktober 2025 wurden acht besonders wertvolle Schmuckstücke im geschätzten Gesamtwert von rund 88 Millionen Euro gestohlen. Bis heute fehlt von ihnen jede Spur.
Die beim Einbruch beschädigte Krone von Kaiserin Eugénie wird derzeit restauriert. Nach Angaben des Direktors sind fast alle Bestandteile erhalten geblieben. Wenn sie in den Louvre zurückkehrt, soll sie großzügiger präsentiert werden – sowohl aus Sicherheitsgründen als auch zur besseren Lenkung der Besucherströme.
Leribault ist überzeugt, dass die Geschichte der Krone ihre Bekanntheit noch steigern wird. Er zog dabei einen Vergleich zur Mona Lisa, die nach ihrem Diebstahl im Jahr 1911 weltberühmt wurde.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber