Die Finanzaufsicht Bafin nimmt den Halbjahresabschluss 2025 des Staplerherstellers Jungheinrich unter die Lupe. Nach Angaben der Behörde gibt es konkrete Hinweise darauf, dass das Unternehmen aus Hamburg gegen bilanzrechtliche Vorgaben verstoßen haben könnte. Jungheinrich erklärte, man stehe mit der Bafin in Kontakt und begleite das Verfahren konstruktiv. Die Aktie des Konzerns geriet am Vormittag unter Druck.
Geprüft werden der verkürzte Abschluss zum 30. Juni 2025 sowie der dazugehörige Zwischenlagebericht. Im Mittelpunkt steht dabei die Bewertung von Vermögenswerten im Zusammenhang mit dem Verkauf des Russland-Geschäfts. Nach Einschätzung der Bafin könnte es dabei zu einer fehlerhaften Bewertung gekommen sein. Das Prüfverfahren wurde bereits am 13. Juli eingeleitet.
Jungheinrich zufolge könnte die geplante Veräußerung einen Abschreibungsbedarf ausgelöst haben. Falls dieser nicht berücksichtigt worden sei, könnten insbesondere Mietgeräte und Vorräte zu hoch angesetzt worden sein. Die russische Gesellschaft gehört seit Februar nicht mehr zum Konzern.
Bafin untersucht auch andere Firmen
In den vergangenen Monaten hat die Bafin bereits bei mehreren Unternehmen wegen möglicher Fehler in der Rechnungslegung genauer hingeschaut.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber