SpaceX überholt Amazon beim Börsenwert
Die Raumfahrtfirma SpaceX von Elon Musk hat bereits am dritten Handelstag an der Börse den Online-Konzern Amazon nach Marktkapitalisierung hinter sich gelassen. Zur Handelsmitte kam SpaceX nach einem weiteren Kursanstieg von rund neun Prozent auf etwa 2,75 Billionen US-Dollar, während Amazon bei rund 2,67 Billionen US-Dollar lag. Ausgegeben worden waren die Aktien zu 135 Dollar, am Dienstag notierte das Papier bereits bei 209 Dollar.
Zeitweise zog SpaceX infolge noch stärkerer Kursgewinne sogar an Microsoft vorbei. An der Spitze bleiben jedoch weiterhin andere Technologieriesen: Nvidia mit rund fünf Billionen Dollar sowie Alphabet und Apple liegen nach wie vor deutlich vor SpaceX.
Rasanter Wertzuwachs
Investoren haben dem von Musk geführten Raumfahrt- und KI-Unternehmen damit schon in den ersten drei Börsentagen einen außergewöhnlichen Wertsprung verschafft: Seit dem Debüt legte die Bewertung um etwa eine Billion Dollar zu.
Auffällig ist dabei die große Diskrepanz zwischen dem bisherigen operativen Geschäft von SpaceX und dem aktuellen Börsenwert. Musk setzt jedoch auf starkes künftiges Wachstum, vor allem im Bereich Künstliche Intelligenz. Dazu zählen auch Pläne für Rechenzentren im Weltraum. Die inzwischen in SpaceX integrierte KI-Firma xAI lag bislang hinter Wettbewerbern wie OpenAI, Anthropic und Google.
Auch Musks persönliches Vermögen ist durch den Höhenflug stark gestiegen. Nach Berechnungen von Bloomberg belief es sich nach den ersten beiden Handelstagen von SpaceX auf knapp 1,3 Billionen Dollar. Bereits in der vergangenen Woche war Musk demnach zum ersten Menschen mit einem Vermögen von einer Billion Dollar geworden.
Starke Käufe durch Privatanleger
Schon vor dem Börsengang hatten gut gelaufene Technologieaktien, insbesondere aus dem Halbleitersektor, zeitweise unter der Sorge gelitten, ein IPO in der Größenordnung von SpaceX könnte der Branche viel Kapital entziehen.
Nach Daten von Vanda Research kauften Privatanleger in den ersten beiden Handelstagen von SpaceX zusammengenommen ebenso viele Aktien des Neulings wie in der gesamten Vorwoche im gesamten US-Aktienmarkt. Das dürfte auch als positives Signal für die noch erwarteten Börsengänge der KI-Firmen OpenAI und Anthropic gewertet werden.
Wie aus einer Mitteilung vom Montag hervorgeht, hat SpaceX zudem die Mehrzuteilungsoption seines Börsengangs genutzt. Dadurch können die beteiligten Konsortialbanken zusätzliche Aktien platzieren. Max Gokhman, Senior Vice President bei Franklin Templeton Investment Solutions, zeigte sich über die starke Nachfrage nicht überrascht. Seiner Einschätzung nach gab es viele Interessenten, insbesondere unter Privatanlegern, die beim Start des Börsengangs zunächst leer ausgegangen waren.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion