Wirtschaft

So treiben Garching, Biblis und Karlsruhe Fusion

Kernfusion rückt näher: Drei neue Hubs sollen den Weg zur Energie der Zukunft ebnen – und Deutschland einen Vorsprung sichern.

29.07.2026, 15:02 Uhr

Drei Forschungszentren sollen Deutschlands Weg zur Kernfusion beschleunigen

Mit dem Aufbau von drei neuen Forschungshubs will Deutschland dem Ziel eines weltweit ersten kommerziell nutzbaren Kernfusionskraftwerks näherkommen. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) stellte das Projekt in Berlin vor. Zentrale Standorte sind Karlsruhe, Biblis in Südhessen und Garching bei München. In Garching entsteht bereits ein erster Forschungsreaktor für die Kernfusion. Zudem sind Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg in das Vorhaben eingebunden.

Bär bezeichnete die Fusionsenergie als mögliche Antwort auf künftige Energiefragen. Deutschland müsse dabei eine führende Rolle einnehmen, statt nur Entwicklungen anderer Länder zu begleiten. Bei der Kernfusion verschmelzen Atomkerne unter extrem hohen Temperaturen und großem Druck. Nach heutigem Forschungsstand könnte so klimaneutral sehr viel Energie erzeugt werden. Noch ist allerdings offen, wie sich das technisch zuverlässig in Kraftwerken nutzen lässt.

Zwei unterschiedliche Ansätze im Fokus

Welche Technologie sich am Ende durchsetzen wird, ist derzeit noch nicht entschieden. Ein Schwerpunkt liegt auf der magnetgestützten Fusion. Daran wird vor allem in Garching und Gundremmingen in Bayern sowie an den beteiligten Standorten Rostock und Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern gearbeitet.

In Biblis steht dagegen die laserbasierte Kernfusion im Mittelpunkt. Unterstützung kommt dabei von den Universitäten in Hamburg und Kiel. Karlsruhe übernimmt vor allem Forschung zum Brennstoffkreislauf und zur Entwicklung geeigneter Materialien, die für den späteren Betrieb eines Fusionskraftwerks notwendig wären.

Fördermittel in Millionenhöhe

Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, dass in Deutschland in den 2040er Jahren das erste kommerzielle Kernfusionskraftwerk der Welt ans Netz gehen könnte. Für den Start stellt das Bundesforschungsministerium zunächst 125 Millionen Euro für die drei Hubs bereit. Weitere Mittel sollen von den Bundesländern sowie privaten Investoren kommen.

Aus den Ländern kam positive Resonanz: Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne) sprach von einem wichtigen Tag für die deutsche Forschungslandschaft. Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) nannte die Kernfusion eine Chance von historischer Bedeutung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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