Wirtschaft

Schon 2026? Warum Immobilienpreise wieder steigen

Bauen lahmt, Preise klettern: 2026 könnte Wohneigentum viel teurer werden – fast überall. Nur eine Region trotzt dem Trend.

01.07.2026, 12:14 Uhr

BVR: Immobilienpreise in Deutschland dürften weiter steigen

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland werden nach Einschätzung des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) weiter deutlich zulegen. Für das laufende Jahr erwartet der Verband ein Plus von rund drei Prozent. Ein wesentlicher Grund sei der schleppende Wohnungsneubau: Der Bedarf an neuen Wohnungen werde voraussichtlich nur zu 58 Prozent gedeckt. Hinzu komme, dass neuer Wohnraum teilweise in ländlichen Regionen mit sinkender Bevölkerung entstehe, während es in den Ballungsräumen weiter an Wohnungen mangele.

Laut einer BVR-Studie hat sich die Situation für Immobilienkäufer in den vergangenen Jahren spürbar verschärft. Zwischen 2018 und 2025 seien die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum bundesweit etwa sieben Prozent stärker gestiegen als die verfügbaren Einkommen. Vor allem für junge Haushalte bleibe der Traum vom Eigenheim damit oft außer Reichweite und sei häufig nur mit Erbschaften, Schenkungen oder familiärer Hilfe umsetzbar.

Regionale Unterschiede verschärfen die Lage

Besonders stark auseinanderentwickelt haben sich laut Analyse Immobilienpreise und Einkommen in Süddeutschland sowie im Umland von Berlin. Ähnliche Tendenzen zeigten sich auch im Norden rund um Hamburg, im Westen im Raum Frankfurt und in Teilen Nordrhein-Westfalens. In vielen Regionen Ostdeutschlands sei die Entwicklung dagegen günstiger für Käufer verlaufen, weil dort die verfügbaren Einkommen stärker gestiegen seien als die Preise für Wohneigentum.

Wohnen am Stadtrand
Ohne Erbe können sich viele Menschen kaum noch eine Immobilie leisten Quelle: Jan Woitas/dpa

Der BVR fordert politische Maßnahmen, um den Erwerb von Wohneigentum für Familien wieder erschwinglicher zu machen. Vor allem die Kaufnebenkosten müssten sinken. Verbandspräsidentin Marija Kolak sprach sich dafür aus, die Grunderwerbsteuer zu entlasten – etwa durch Freibeträge, niedrigere Steuersätze für selbst genutztes Wohneigentum oder gezielte Ausnahmen für junge Familien.

Kritisch bewertet der Verband zudem die Diskussion über die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände in Berlin. Diese schaffe keinen zusätzlichen Wohnraum, sorge aber für Verunsicherung bei Investoren und finanzierenden Banken. Nach Ansicht des BVR könnte dies den Wohnungsmangel weiter verschärfen und auch außerhalb Berlins Investitionen in den Neubau bremsen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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