Wirtschaft

Cash-Comeback? Schweden-Läden müssen Bargeld nehmen

Cash-Comeback in Schweden? Im Karten-Land müssen manche Läden plötzlich wieder Scheine und Münzen annehmen.

01.07.2026, 11:57 Uhr

Schweden verpflichtet Teile des Handels wieder zur Bargeldannahme

In Schweden gilt seit heute eine neue Regel: Lebensmittelgeschäfte und Apotheken müssen nach einer Gesetzesänderung Bargeld akzeptieren. Damit reagiert das Land auf mögliche Krisenlagen und technische Störungen, bei denen digitale Bezahlsysteme ausfallen könnten. Zugleich soll verhindert werden, dass Menschen ohne sicheren Umgang mit Karte oder Smartphone beim Einkauf benachteiligt werden.

In vielen Supermärkten ist Barzahlung ohnehin weiterhin möglich. Carlos Cancino von der Handelskette Coop sagte der Nachrichtenagentur TT, dass Scheine und Münzen in Momenten, in denen die Technik versagt, mitunter die einzige funktionierende Zahlungsart seien. Im Alltag bezahlen die meisten Menschen in Schweden jedoch weiterhin bevorzugt mit Karte oder per Handy. Nicht überall stößt die neue Vorgabe auf Zustimmung: Laut TT haben einige Geschäfte bereits angekündigt, sich nicht daran halten zu wollen.

Kein umfassendes Comeback des Bargelds

Von einer echten Rückkehr des Bargelds kann trotzdem keine Rede sein. Die neue Vorschrift enthält zahlreiche Ausnahmen. So sind etwa Supermärkte ohne bediente Kassen nicht betroffen. Auch Läden, in denen Bargeld die Sicherheit der Beschäftigten gefährden könnte, können ausgenommen werden. Händler dürfen sich zudem auf den zusätzlichen Aufwand und die Kosten eines Bargeldsystems berufen.

Außerdem müssen Geschäfte nicht unbegrenzt Münzen annehmen: Mehr als 25 Stück können sie ablehnen. Hinzu kommt, dass bislang unklar ist, ob und auf welche Weise Verstöße gegen die neue Regel sanktioniert werden sollen.

Die Nutzung von Bargeld ist in Schweden seit Jahren stark rückläufig. Bei einer Umfrage der schwedischen Reichsbank im vergangenen September gaben nur fünf Prozent der Befragten an, ihren letzten Einkauf bar bezahlt zu haben. Für Notfälle rät die Reichsbank der Bevölkerung jedoch schon seit Längerem, neben mehreren Bankkarten und mobilen Bezahldiensten auch Bargeld im Gegenwert von etwa 90 Euro zu Hause bereitzuhalten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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