Wirtschaft

Schock-Studie: Vielen fehlt Geld für die nächste Krise

Preisschock im Alltag: Immer mehr Deutsche leben von ihren Ersparnissen – und manche trifft die Krise besonders hart.

30.10.2026, 05:00 Uhr

Viele Menschen in Deutschland müssen wegen der gestiegenen Kosten für den Alltag an ihre Ersparnisse gehen. In einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Postbank unter 2.117 Personen gaben 42,6 Prozent an, auf Rücklagen zurückzugreifen, um ihre laufenden Ausgaben zu bezahlen. 13,8 Prozent erklärten zudem, überhaupt keine Ersparnisse zu besitzen.

Seit Monaten setzen insbesondere hohe Energiekosten zahlreiche Verbraucherinnen und Verbraucher unter Druck. Besonders betroffen sind Haushalte mit niedrigem Einkommen, wie die zwischen dem 2. und 5. Oktober erhobenen Daten zeigen. Von den Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von maximal 2.500 Euro sagte nur rund ein Fünftel, nämlich 21,4 Prozent, dass die vorhandenen Mittel ausreichen, um die laufenden Kosten zu decken.

Gleichzeitig wächst der Anteil der Menschen, die nach eigenen Angaben ihre Lebenshaltungskosten kaum noch stemmen können. Dieser Wert stieg inzwischen auf 15,2 Prozent. Bei einer vergleichbaren Befragung im März hatte er noch bei 12,8 Prozent gelegen.

Für viele bleibt ein finanzielles Polster außer Reichweite

Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, zu der die Postbank gehört, betonte, dass die zuletzt gestiegenen Reallöhne und die im Durchschnitt verbesserte Kaufkraft nicht automatisch bei allen Haushalten für Entlastung sorgen. Zwar werde weiterhin gespart, doch falle es vielen zunehmend schwer, nennenswerte Rücklagen aufzubauen.

Mehr als zwei Drittel der Befragten, konkret 66,8 Prozent, haben nach eigener Einschätzung nicht genug Geld zurückgelegt. 28 Prozent halten ihre Sparanstrengungen dagegen für ausreichend, um auch unerwartete Ausgaben auffangen zu können. Wer sparen kann, legt das Geld vor allem für die Altersvorsorge oder als Reserve für Krisenzeiten zurück.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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