Wirtschaft

Schock bei Volvo: Nach Verlust fallen 2.500 Jobs weg

Volvo crasht in China, in den USA läuft es kaum besser. Jetzt zieht der Autobauer Konsequenzen – und die sind drastisch.

23.10.2026, 09:06 Uhr

Volvo Cars kündigt nach schwachem Quartal weiteren Stellenabbau an

Volvo Cars reagiert auf ein enttäuschendes Quartal mit einem neuen Sparpaket und streicht weltweit mehrere Tausend Arbeitsplätze. Wie der schwedische Autobauer am Freitag in Göteborg mitteilte, sollen unter der Leitung von Konzernchef Hakan Samuelsson rund 2.500 Stellen wegfallen. Ziel ist es, die jährlichen Kosten um etwa 5 Milliarden schwedische Kronen, umgerechnet rund 450 Millionen Euro, zu senken.

Besonders stark betroffen ist Schweden: Dort sollen etwa 2.000 Jobs abgebaut werden. Das Unternehmen will dafür auslaufende Beraterverträge nicht verlängern, natürliche Fluktuation nutzen und Beschäftigten Abfindungen anbieten.

Hoher Verlust im dritten Quartal

Im dritten Quartal geriet Volvo Cars vor allem wegen der schwierigen Lage in China deutlich in die Verlustzone. Von Juli bis Ende September lieferte der Hersteller nur noch rund 141.300 Fahrzeuge aus und damit 11 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank zugleich um fast ein Viertel auf 66,9 Milliarden Kronen.

Beim operativen Ergebnis zeigte sich ein drastischer Einbruch: Aus einem Gewinn von 6,4 Milliarden Kronen im Vorjahr wurde nun ein Verlust vor Zinsen und Steuern von 5,6 Milliarden Kronen. Unter dem Strich stand ein Minus von 5,7 Milliarden Kronen beziehungsweise rund 513 Millionen Euro. Im Vergleichsquartal hatte Volvo noch 4,5 Milliarden Kronen Gewinn erzielt.

China und USA belasten das Geschäft

Dass sich die Lage zuspitzt, hatte sich bereits angekündigt. Schon Anfang Oktober nahm Samuelsson die bisherige Jahresprognose zurück. In einem Schreiben an die Aktionäre bezeichnete er das dritte Quartal nun als „sehr enttäuschend“. Neben China habe sich auch das Geschäft in den USA schwach entwickelt. Nach seinen Worten habe damit etwa die Hälfte des Konzerns keinen positiven Ergebnisbeitrag geliefert.

In China leidet Volvo besonders unter dem Einbruch bei etablierten Premiumherstellern. Dort brach der Umsatz im Jahresvergleich beinahe um die Hälfte ein. Auch andere deutsche Premiummarken wie Mercedes-Benz, BMW und Audi stehen in dem früheren Wachstumsmarkt unter Druck, vor allem wegen harter Konkurrenz und sinkender Preise.

In den USA wirken sich laut Volvo weiterhin die Einfuhrzölle auf Fahrzeuge aus der EU negativ aus. Hinzu kommt, dass staatliche Kaufanreize für Elektroautos zurückgehen.

Bereits zuvor Personalabbau

Samuelsson hatte schon im vergangenen Jahr einen Stellenabbau veranlasst. Während im entsprechenden Vorjahreszeitraum noch rund 43.000 Menschen für Volvo Cars arbeiteten, lag die durchschnittliche Beschäftigtenzahl in den ersten neun Monaten 2026 nur noch bei etwa 39.300.

Volvo Cars gehört mehrheitlich zum chinesischen Geely-Konzern. Mit dem schwedischen Nutzfahrzeughersteller Volvo AB ist das Unternehmen bereits seit Jahrzehnten nicht mehr verbunden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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