Eine Abwahl des umstrittenen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino rückt offenbar in weitere Ferne. Beim außerordentlichen Kongress des asiatischen Fußballverbands AFC in Tokio sprach sich AFC-Chef Scheich Salman bin Ibrahim al-Chalifa für eine vierte Amtszeit des Schweizers aus.
Al-Chalifa sagte Infantino seine "uneingeschränkte Unterstützung" zu. Zwar verwies er auf frühere "Probleme" im Zusammenhang mit dem FIFA-Präsidenten, machte aber zugleich deutlich, dass der Weltverband nun nach vorn schauen müsse. Der Fußball sei am stärksten, wenn alle mit einer gemeinsamen Vision und einem einheitlichen Ziel zusammenarbeiteten. Bereits zuletzt hatte der AFC-Präsident im internen Machtkampf versöhnlichere Töne angeschlagen.
Arabische Verbände stellen sich hinter Infantino
Noch vor einigen Monaten hatte der Funktionär aus Bahrain Infantino gemeinsam mit den Spitzen der Kontinentalverbände aus Europa (UEFA) sowie Nord- und Mittelamerika und der Karibik (Concacaf) deutlich kritisiert. Das hatte unter anderem in Katar für Unmut gesorgt. Anfang Oktober bekannten sich dann 22 arabische Verbände, darunter 12 aus Asien, offen zu Infantino. Auch die 54 Mitgliedsverbände des afrikanischen Kontinentalverbands Caf unterstützen den Schweizer nach eigenen Angaben geschlossen.
Infantino war im Sommer stark unter Druck geraten, nachdem ein Vorhaben zur Vermarktung der WM-Rechte über externe Investoren letztlich gescheitert war. Darüber hinaus steht auch sein Führungsstil in Teilen der Fußballwelt in der Kritik. Zuletzt reagierte er darauf und bot seinen Gegnern erstmals Gespräche über mögliche Reformen innerhalb der FIFA an.
Der 56-Jährige steht seit 2016 an der Spitze des Weltverbands. Beim nächsten FIFA-Kongress im März 2027 in Rabat möchte er sich für eine vierte Amtszeit zur Wiederwahl stellen. Vor allem mehrere Verbände aus Europa und dem Concacaf-Raum haben ihm jedoch das Vertrauen entzogen. Einen gemeinsamen Gegenkandidaten konnte die UEFA bislang nicht präsentieren. Zeit für eine offizielle Nominierung bleibt der Opposition noch bis zum 18. November.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber