Wirtschaft

Ruhestand im Osten: Warum Rentner deutlich weniger haben

Rente im Osten: öfter Miete, weniger Geld – und das ist längst nicht der einzige große Unterschied zum Westen

01.09.2026, 08:46 Uhr

Geringere Alterseinkommen im Osten, aber nur kleiner Abstand zum Westen

Rentnerhaushalte in Ostdeutschland verfügen im Schnitt über etwas weniger Geld als vergleichbare Haushalte im Westen und wohnen zudem seltener im Eigenheim. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, fiel der Unterschied beim mittleren Haushaltseinkommen im vergangenen Jahr jedoch vergleichsweise gering aus: Der Median lag im Osten bei 2.270 Euro, im Westen bei 2.350 Euro.

Berücksichtigt wurden dabei Haushalte, die ausschließlich aus Rentnerinnen und Rentnern oder Pensionärinnen und Pensionären ab 65 Jahren bestehen. Der Median bedeutet, dass jeweils die eine Hälfte der Haushalte weniger und die andere Hälfte mehr Einkommen zur Verfügung hat.

Renten und Pensionen dominieren

Den größten Anteil am Einkommen älterer Haushalte machen mit 93 Prozent Renten und Pensionen aus. In Ostdeutschland lag ihr Anteil im Durchschnitt sogar bei 96 Prozent, in Westdeutschland bei 92 Prozent. Im Westen spielen daneben häufiger zusätzliche Einnahmen etwa aus Vermietung oder Kapitalanlagen eine Rolle. Einkünfte aus eigener Arbeit haben im Ruhestand kaum Bedeutung und machen nur rund 1 Prozent aus.

Deutliche Unterschiede beim Wohnen

Größer als beim Einkommen sind die Unterschiede bei der Wohnsituation. Im Westen lebt mit 61 Prozent die Mehrheit der Ruheständler in den eigenen vier Wänden, während 39 Prozent zur Miete wohnen. Im Osten zeigt sich ein anderes Bild: Dort lebt mit 56 Prozent mehr als die Hälfte der älteren Menschen in Mietwohnungen. Für sie belastet die Miete das verfügbare Einkommen zusätzlich.

Armutsgefährdung im Alter bleibt hoch

Zugleich bleibt das Risiko von Armut im Ruhestand in Deutschland auf hohem Niveau. Nach den aktuellen Zahlen galten 18,9 Prozent der Menschen ab 65 Jahren als armutsgefährdet. In der Gesamtbevölkerung betrug die Quote zuletzt 16,1 Prozent. Nach der in der EU üblichen Definition gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung zur Verfügung hat.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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