In der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der Ebola-Toten auf 3.007 gestiegen. Das teilten die Gesundheitsbehörden des zentralafrikanischen Landes mit.
Seit der offiziellen Bekanntgabe des Ausbruchs Mitte Mai wurden demnach 6.186 Ebola-Fälle bestätigt. Aktuell werden 830 Menschen wegen Ebola behandelt oder befinden sich in Isolation. 1.409 Patientinnen und Patienten gelten als genesen.
Die Sterblichkeitsrate liegt bei 48,6 Prozent. Damit stirbt fast jeder zweite Erkrankte. Besonders hoch ist die Sterblichkeit nach Angaben der Behörden bei kleinen Kindern.
Lebensgefährliche Infektionskrankheit
Ebola ist eine lebensbedrohliche Viruserkrankung. Übertragen wird sie durch engen Körperkontakt sowie durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Typisch sind unter anderem hohes Fieber, Durchfall und Blutungen.
Als besonders schwierig gilt der aktuelle Ausbruch, weil es gegen den hier nachgewiesenen Bundibugyo-Typ bislang weder einen speziell zugelassenen Impfstoff noch eine gezielte Therapie gibt. Seit Anfang Juli werden zwei antivirale Behandlungsansätze klinisch getestet. Hinweise auf eine Mutation des Erregers haben sich laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC bisher nicht bestätigt.
Hoffnung durch Impfstoff-Studie
Für etwas Hoffnung sorgt die Bereitstellung von 70.000 Dosen des Impfstoffs Ervebo. Mehr als 16.000 Dosen sind bereits eingetroffen. Der Impfstoff ist eigentlich für Ausbrüche des Zaire-Ebolavirus zugelassen.
Nach Angaben von Africa CDC sollen 20.000 Dosen in eine klinische Phase-III-Studie zur Wirkung gegen das Bundibugyo-Virus fließen. Weitere 50.000 Dosen sind für medizinisches Personal und andere Einsatzkräfte vorgesehen. Für die Studie wurden inzwischen erste Menschen geimpft.
Ob Ervebo auch vor dem Bundibugyo-Virus schützt, ist bislang noch unklar. Erste Labor- und Tierversuche deuten jedoch auf einen möglichen Schutz hin.
Sorge vor Ausbreitung in Nachbarländer
Der inzwischen 17. registrierte Ebola-Ausbruch im Kongo begann in der nordöstlichen Provinz Ituri. Mittlerweile wurden Infektionen in sechs Provinzen des Landes festgestellt.
Von Ituri aus wurden auch Fälle ins Nachbarland Uganda eingeschleppt. Dort gab es jedoch seit Wochen keine neuen Infektionen; der Ausbruch wurde inzwischen offiziell für beendet erklärt.
Trotzdem bleibt die Sorge groß, dass sich Ebola weiter in Nachbarstaaten ausbreiten könnte – besonders in den Südsudan und die Zentralafrikanische Republik, deren Gesundheitssysteme als sehr schwach gelten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber