Stuttgart 21: Bahn räumt Fehler ein, Eröffnung erst Ende 2031
Nach der Verschiebung von Stuttgart 21 um fünf Jahre hat Bahnchefin Evelyn Palla deutliche Mängel beim bisherigen Vorgehen eingeräumt. Nach einem Spitzengespräch mit den Projektpartnern in Stuttgart sagte sie, die Erkenntnisse aus dem Revisionsbericht seien ernüchternd. Das bisherige Management sei nicht ausreichend gewesen, um ein Projekt dieser Größenordnung wirksam zu steuern. Es habe Schwächen bei Abläufen, Kontrollen und in der Abstimmung an wichtigen Schnittstellen gegeben.
Zuvor war bekannt geworden, dass sich die Inbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs bis Ende 2031 verzögert. Damit liegt der Termin fünf Jahre hinter der bisherigen Planung. Auch finanziell wird das Vorhaben erneut teurer: Nach Angaben der Bahn steigen die Kosten um weitere rund drei Milliarden Euro auf insgesamt etwa 14,5 Milliarden Euro.
Palla kündigte zugleich Entlastungen für die Fahrgäste an. Die Jahre bis zur Eröffnung sollten sich für die Menschen in Stuttgart nicht mehr so belastend anfühlen wie zuletzt. Es müsse spürbare Erleichterungen geben, betonte sie.
Nach Angaben der Bahn sollen die Bedürfnisse der Reisenden künftig stärker berücksichtigt werden. So will das Unternehmen unter anderem Maßnahmen bei Streckensperrungen besser bündeln und den Schienenersatzverkehr verbessern.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber