Das KI-Unternehmen Anthropic, das als schärfster Rivale von OpenAI gilt, steuert auf einen Börsengang zu. Wie die Firma mitteilte, wurde der Antrag für eine Aktienplatzierung zunächst vertraulich eingereicht. Dadurch bleiben zentrale Geschäftsdaten vorerst unter Verschluss, während die US-Börsenaufsicht SEC die Unterlagen prüft.
Ein Börsengang von Anthropic könnte zu den drei größten des Jahres gehören. Zuletzt schloss das Unternehmen eine Finanzierungsrunde über 65 Milliarden US-Dollar ab, die mit einer Gesamtbewertung von 900 Milliarden Dollar verbunden war. Auch OpenAI werden Ambitionen für einen späteren Börsengang in ähnlichen Größenordnungen nachgesagt.
Zudem könnte auch SpaceX, Elon Musks Raumfahrtfirma, schon Mitte Juni den Schritt an den Kapitalmarkt wagen. In dem Unternehmen ist inzwischen auch seine KI-Firma xAI aufgegangen. Medienberichten zufolge wird dabei eine Bewertung von bis zu 1,8 Billionen US-Dollar angepeilt. Mit möglichen Erlösen von bis zu 80 Milliarden Dollar wäre das mit großem Abstand der bisher größte Börsengang.
ChatGPT-Macher sieht kein Rennen an die Börse
OpenAI-Chef Sam Altman betonte nach der Anthropic-Ankündigung, sein Unternehmen sehe sich nicht in einem Wettlauf darum, wer zuerst börsennotiert ist. Man werde den Schritt erst gehen, wenn er sinnvoll erscheine, sagte Altman dem Sender CNBC.
Bereits vor einigen Monaten hatte die Website The Information berichtet, OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar halte das Unternehmen noch nicht für reif für einen Börsengang. OpenAI wies damals Spekulationen zurück, wonach es in der Führungsetage Streit über das Thema geben solle.
Trotz des Booms bleiben Zweifel, ob sich die Investitionen von hunderten Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur langfristig tatsächlich auszahlen. Altman sagte dazu, man werde seiner Einschätzung nach in ein bis zwei Jahren besser erkennen können, ob sich die hohen Ausgaben rechnen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion