Wirtschaft

Neuer Tankrabatt: Das sollten Autofahrer jetzt wissen

Tankrabatt ab Donnerstag – aber wann ist Sprit wirklich am billigsten? Die Antwort überrascht viele Autofahrer.

29.09.2026, 04:30 Uhr

Tankrabatt startet am Donnerstag: Was Autofahrer jetzt wissen sollten

Millionen Autofahrer blicken auf den Donnerstag: Dann tritt der neue Tankrabatt in Kraft und soll Benzin und Diesel günstiger machen. Insgesamt kann der Preis rechnerisch um 16,7 Cent pro Liter sinken. Doch wann wirkt die Entlastung tatsächlich, und wie kommt man am ehesten an günstigen Kraftstoff?

Ab wann gilt der Tankrabatt?

Die Senkung der Energiesteuer beginnt in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um 0 Uhr und ist auf drei Monate befristet. Der eigentliche Steuerabschlag beträgt 14,04 Cent pro Liter. Zusammen mit der dadurch niedrigeren Mehrwertsteuer ergibt sich ein möglicher Preisvorteil von 16,7 Cent je Liter.

Wichtig ist: Der Rabatt greift nicht erst beim Tanken an der Zapfsäule, sondern bereits bei der Auslieferung des Kraftstoffs. Begünstigt ist also nur Sprit, der nach Mitternacht aus Raffinerien oder Tanklagern an die Tankstellen geliefert wird.

Fallen die Preise sofort um Mitternacht?

Nicht zwingend. Tankstellen sind nicht verpflichtet, die Entlastung vollständig an die Kunden weiterzugeben. Außerdem dürfte direkt nach Mitternacht kaum eine Station bereits steuervergünstigten Kraftstoff im Tank haben.

Trotzdem ist damit zu rechnen, dass viele Betreiber ihre Preise schon in der Nacht senken. Der Grund: Viele Kunden erwarten genau das. Ob der Abschlag aber überall in voller Höhe ankommt, ist eher fraglich.

Lohnt es sich, früh morgens zu tanken?

Eher nicht. Wegen der sogenannten 12-Uhr-Regel dürfen die Preise bis zum Mittag nicht steigen, sondern nur sinken. Wer besonders früh losfährt, hat daher meist keinen Vorteil.

Senkung der Kraftstoffsteuern
Erst Sprit, der am Donnerstag nach Mitternacht aus Tanklagern oder Raffinerien auf die Reise zur Tankstelle gegangen ist, profitiert von der Steuersenkung. Quelle: Hannes P. Albert/dpa

Am günstigsten ist Tanken häufig spät am Vormittag. Allerdings sollte man nicht zu knapp planen: Da am Donnerstag mit großem Andrang gerechnet wird, könnten sich an vielen Tankstellen Schlangen bilden. Wer erst nach 12 Uhr an die Zapfsäule kommt, muss oft deutlich mehr zahlen. Nach Daten des Portals Tankerkönig klettern die Preise rund um die Mittagszeit nicht selten um etwa 20 Cent pro Liter.

Wer noch ausreichend Kraftstoff im Tank hat, kann auch einige Tage abwarten. Allerdings bleiben Preisschwankungen möglich. Bei früheren Tankrabatten stiegen die Preise laut ADAC in den Tagen nach dem Start wieder an.

Ist ein Preisvergleich sinnvoll?

Ja, unbedingt. Gerade in größeren Städten liegen die Unterschiede zwischen günstigen und teuren Tankstellen oft im zweistelligen Centbereich. Damit kann die Spanne sogar höher sein als der eigentliche Tankrabatt. Besonders bei stark schwankenden Preisen lohnt sich der Vergleich.

Kommt der Rabatt vollständig bei den Verbrauchern an?

Darüber gibt es Streit. Bei den Entlastungen in Mai und Juni kamen Untersuchungen unter anderem vom Ifo-Institut, der Monopolkommission und dem Bundeskartellamt zu dem Ergebnis, dass die Steuersenkung nur teilweise an die Kunden weitergegeben wurde. Die Mineralölbranche weist diese Kritik zurück.

Eine klare Bewertung ist schwierig, weil die Spritpreise gleichzeitig von vielen anderen Faktoren beeinflusst werden und sich oft stark bewegen.

Wird Tanken wieder so günstig wie vor Kriegsbeginn?

Damit ist nicht zu rechnen. Am Tag vor Kriegsbeginn Ende Februar lag der bundesweite Durchschnittspreis laut ADAC bei 1,78 Euro für Super E10 und 1,75 Euro für Diesel. Der Abstand zu den derzeitigen Preisen ist deutlich größer als der aktuelle Steuerrabatt.

Auch ein Preisrückgang unter 2 Euro pro Liter erscheint momentan eher unwahrscheinlich, solange es keine grundlegende Entspannung an den Öl- und Kraftstoffmärkten gibt. Zuletzt lag der bundesweite Tagesdurchschnitt bei 2,28 Euro für E10 und 2,43 Euro für Diesel.

Drohen Engpässe an den Tankstellen?

Möglich ist zumindest ein stärkerer Andrang. Da nur Kraftstoff mit Lieferung nach dem Stichtag vom Rabatt profitiert, kann es für Tankstellen interessant sein, mit eher kleinen Vorräten in den Oktober zu gehen. Auch viele Autofahrer dürften kurz vor dem Start nicht mehr volltanken.

Beim letzten Tankrabatt führte das zwar zu mehr Betrieb an den Zapfsäulen, allerdings nicht zu größeren flächendeckenden Versorgungsproblemen.

Was kostet die Maßnahme – und wer trägt sie?

Die Bundesregierung rechnet mit 2,485 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen. Anders als sonst sollen diesmal auch die Bundesländer etwa die Hälfte der Last übernehmen. Der Bund gleicht das über geringere Anteile an den Umsatzsteuereinnahmen aus.

Dieses Vorgehen gilt als ungewöhnlich, weil Länder finanzielle Entscheidungen des Bundes normalerweise nur ungern mittragen.

Warum ist Kraftstoff derzeit so teuer?

Als wichtigster Preistreiber gilt der Iran-Krieg, der die Ausfuhr von Rohöl und Treibstoffen aus der Golfregion einschränkt. Hinzu kommen fehlende Raffineriekapazitäten. Regional können außerdem logistische Probleme eine Rolle spielen, etwa durch Niedrigwasser auf wichtigen Transportwegen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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