Wirtschaft

Nach Dürresommer: Paris rettet Bauern mit Milliarden

Dürreschock in Frankreich: Bauern kämpfen ums Überleben – jetzt soll eine Milliardenhilfe das Schlimmste verhindern.

04.09.2026, 13:35 Uhr

Frankreich stellt seiner Landwirtschaft nach einem Sommer mit außergewöhnlicher Hitze und anhaltender Trockenheit Hilfen von mehr als einer Milliarde Euro bereit. Nach Angaben von Landwirtschaftsministerin Annie Genevard sollen damit zum einen außergewöhnliche Einbußen abgefedert und Insolvenzen verhindert werden. Zum anderen gehe es darum, die Produktion wieder anzukurbeln, etwa durch einen erleichterten Zugang zu Futtermitteln und Saatgut.

Die aufeinanderfolgenden Hitzewellen und die Dürre hätten das französische Agrarland schwer getroffen. Nach Ministeriumsangaben waren 65 Prozent des Staatsgebiets von einer beispiellosen Trockenheit betroffen. In vielen Regionen seien die Ernten im Schnitt um die Hälfte eingebrochen. Zudem lägen die Futterreserven vielerorts mehr als 50 Prozent unter dem üblichen Niveau. Landwirtschaftliche Betriebe in allen Landesteilen stünden dadurch wirtschaftlich stark unter Druck.

Dürre setzt Frankreichs Agrarsektor massiv zu

Genevard erklärte, die Dürre gefährde die landwirtschaftliche Souveränität des Landes gleich doppelt: Einerseits verschärfe sie die Liquiditätsprobleme zahlreicher Höfe, andererseits drohe sie die Produktionsaufnahme für das Wirtschaftsjahr 2027 zu bremsen. Hinzu kämen bereits bestehende Belastungen bei der Versorgung mit Treibstoffen und Düngemitteln. Die Unterstützung solle deshalb auch dazu beitragen, die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegenüber dem fortschreitenden Klimawandel zu machen.

Wie der staatliche Wetterdienst Météo France mitteilte, erlebte Frankreich den heißesten und sonnigsten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1900. Gleichzeitig fiel rund 40 Prozent weniger Niederschlag als normalerweise. Als zentralen Grund dafür nennt der Wetterdienst den Klimawandel.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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