Wirtschaft

Millionenstrafe für VW: Jetzt wird es ernst

Hat VW Anleger zu spät alarmiert? Wegen brisanter Börsen-News droht dem Konzern jetzt Ärger mit der Finanzaufsicht.

09.10.2026, 08:02 Uhr

Bafin verhängt Millionenbuße gegen Volkswagen

Die Finanzaufsicht Bafin hat gegen Volkswagen eine Geldbuße in Höhe von 1,2 Millionen Euro verhängt. Nach Angaben der Behörde habe der Autobauer gegen Vorgaben zur Veröffentlichung kursrelevanter Informationen verstoßen.

Konkret geht es um die Prognose für das Geschäftsjahr 2023, die Volkswagen am 3. März 2023 veröffentlicht hatte. Nach Einschätzung der Bafin lag dieser Ausblick deutlich über den Erwartungen des Marktes. Eine solche Information hätte aus Sicht der Aufsicht unverzüglich per Ad-hoc-Mitteilung veröffentlicht werden müssen. Stattdessen habe Volkswagen sie lediglich in einer normalen Pressemitteilung bekanntgegeben.

Volkswagen hat das Bußgeld inzwischen akzeptiert. Ein Konzernsprecher teilte mit, der Bescheid sei das Ergebnis einer Verständigung zwischen der Volkswagen AG und der Bafin zur Beendigung des Verfahrens. Zugleich halte der Konzern aber an seiner Rechtsauffassung fest, alle Veröffentlichungspflichten eingehalten zu haben. Nach Ansicht von VW seien die Marktteilnehmer durch die Pressemitteilung ausreichend informiert worden.

In Deutschland sind börsennotierte Unternehmen verpflichtet, nicht öffentliche Insiderinformationen, die den Aktienkurs erheblich beeinflussen können, umgehend offenzulegen. Dazu zählen nach Darstellung der Bafin auch Geschäftszahlen oder Ausblicke, die klar von den Markterwartungen abweichen.

Diese Ad-hoc-Pflicht ist Teil der Marktmissbrauchsverordnung. Bei Verstößen kann die Bafin Bußgelder von bis zu 2,5 Millionen Euro oder bis zu zwei Prozent des Umsatzes verhängen.

Wie die Behörde weiter mitteilte, wurde die Strafe bereits am 1. Oktober festgesetzt. Der überraschend positive Ausblick hatte Anleger damals während des laufenden Börsenhandels aufhorchen lassen: Die im Dax notierte VW-Aktie sprang an diesem Tag um mehr als zehn Prozent nach oben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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