Führerscheinreform soll deutliche Entlastung bringen
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat erstmals konkretere Angaben dazu gemacht, wie stark Fahrschüler durch die geplante Reform des Führerscheinwesens finanziell entlastet werden könnten. Im Gespräch mit der „Welt“ sagte er, Einsparungen von mehreren hundert Euro seien möglich, im günstigsten Fall sogar bis zu 1.000 Euro.
Bilger erklärte, die Kosten sollten vor allem durch einen größeren Anteil an digitalem Unterricht sowie durch den Abbau bürokratischer Hürden sinken. Zugleich betonte er, dass es je nach Region erhebliche Preisunterschiede gebe und der individuelle Bedarf an Fahrstunden stark variieren könne.
Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums kostet der Pkw-Führerschein der Klasse B derzeit durchschnittlich etwa 3.400 Euro. Mit der geplanten Reform soll der Erwerb günstiger werden – unter anderem durch mehr digitalen Theorieunterricht, weniger Verwaltungsaufwand sowie Anpassungen bei der Theorie- und Praxisprüfung.
Unterstützung und Widerstand
Zustimmung kommt vom Sozialverband Deutschland. Dessen Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier erklärte, die stark gestiegenen Führerscheinkosten belasteten vor allem junge Menschen, die sich dafür oft verschulden müssten. Zudem könne ein fehlender Führerschein später auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verschlechtern. Gerade in Berufen wie Rettungsdienst, Busverkehr, Behindertenfahrdiensten oder in der mobilen Pflege sei Autofahren oft unverzichtbar.
Deutliche Kritik kommt dagegen von Fahrlehrern. Sie befürchten, dass die Reform zulasten der Verkehrssicherheit gehen könnte. Aus ihrer Sicht sollte ein Teil des Theorieunterrichts weiterhin verpflichtend vor Ort stattfinden. Auch die vorgesehene Möglichkeit einer Ausbildung durch Laien wird skeptisch gesehen.
Bevor die Reform in Kraft treten kann, müssen noch Bundestag und Bundesrat zustimmen. Nach den bisherigen Planungen sollen die neuen Vorgaben möglichst Anfang 2027 gelten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber