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Russell stürmt in Singapur vor – Hülkenberg-Drama

Drama um Hülkenberg in Singapur: Ein Defekt stoppt ihn schon früh – während Russell überraschend die Bestzeit setzt.

09.10.2026, 11:39 Uhr

Max Verstappen hat sich nach einer chaotischen Sprint-Qualifikation die Pole Position für das letzte Formel-1-Sprintrennen des Jahres in Singapur gesichert. Der Red-Bull-Pilot setzte sich unter dem Flutlicht auf dem Marina Bay Street Circuit knapp vor George Russell im Mercedes durch. Charles Leclerc startet im Ferrari von Platz drei in den Sprint am Samstag (11.00 Uhr/Sky).

„Ich bin natürlich glücklich, Erster zu sein“, sagte Verstappen nach der Session. Ganz erledigt war sein Abend damit zunächst aber nicht: Der Niederländer musste anschließend noch zu den Rennkommissaren. Der Vorwurf lautete, er habe während einer Gelb-Phase den im Ferrari fahrenden Lewis Hamilton regelwidrig überholt. Die Stewards hielten den Vorgang zwar fest, berücksichtigten aber auch, dass Verstappen sein Tempo dabei deutlich reduziert hatte. Ein noch stärkeres Bremsmanöver hätte aus ihrer Sicht eine gefährlichere Situation verursachen können.

Russell bestätigte mit Rang zwei seine starke Form in Singapur. Zuvor hatte er bereits im einzigen freien Training mit einer Runde in 1:32,274 Minuten die Bestzeit gesetzt. Leclerc hatte dort 0,198 Sekunden Rückstand, dahinter folgte Lando Norris im McLaren mit 0,273 Sekunden Rückstand.

Antonelli erneut nicht vorn dabei

WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli kam schon im Training nicht über Rang sieben hinaus und musste kurz vor Ende der Einheit unfreiwillig die Notausfahrt nehmen. Auch in der Sprint-Qualifikation blieb der zweite Mercedes-Pilot auf Platz sieben.

Für Russell war der starke Auftritt dennoch ein wichtiges Signal nach dem enttäuschenden Wochenende in Malaysia. Dort hatte er seinen Mercedes wegen eines Motorschadens wenige Runden vor Schluss auf Podiumskurs abstellen müssen. In Singapur bleibt für ihn allerdings eine zusätzliche Hypothek bestehen: Nach einem nicht regelkonformen Wechsel der Power Unit muss er das Hauptrennen vom Ende des Feldes aufnehmen.

Rote Flaggen und Probleme mit der Zeitnahme

Die Sprint-Qualifikation verlief zunächst turbulent. Schon nach knapp sechs Minuten im ersten Abschnitt wurden die Roten Flaggen geschwenkt: Sergio Perez krachte mit seinem Cadillac in Kurve vier in die Streckenbegrenzung und beschädigte die Front seines Autos schwer. Streckenposten mussten anschließend die Trümmerteile von der Strecke räumen.

Doch damit war das Durcheinander noch nicht vorbei. Der Beginn des zweiten Abschnitts verzögerte sich wegen Problemen mit den Zeitmesssystemen, nachdem einige Rundenzeiten nicht korrekt erfasst worden waren. Zwischenzeitlich herrschte Unklarheit darüber, welche Fahrer überhaupt weitergekommen waren.

„Menschliches Versagen“ in der Rennleitung

Die Rennleitung teilte später mit, dass das Problem behoben worden sei. Zusätzlich wurde für den ersten Qualifikationsabschnitt auch „menschliches Versagen“ festgestellt. Demnach stand einigen Autos der Überholmodus zeitweise nicht zur Verfügung – ein klarer Nachteil für manche Teams, während andere davon profitierten.

Damit wurden Erinnerungen an die Software-Probleme vom vergangenen Grand Prix in Malaysia wach, als es ebenfalls technische Schwierigkeiten im Rennbetrieb gegeben hatte. Verstappen behielt trotz aller Unterbrechungen und Unklarheiten den Überblick und sicherte sich schließlich die Pole für den Sprint über 21 Runden.

In Singapur geht es dabei wie üblich im Kurzformat ohne verpflichtenden Reifenwechsel über rund 100 Kilometer. Der Sieger erhält acht WM-Punkte, für Platz acht gibt es noch einen Zähler.

Rückschlag für Hülkenberg im Training, Platz zwölf im Qualifying

Wenig erfreulich begann das Wochenende für Nico Hülkenberg. Der einzige deutsche Fahrer im Starterfeld musste seinen Audi im freien Training rund 20 Minuten vor dem Ende abstellen. Auf der Start-Ziel-Geraden meldete er Probleme mit dem Getriebe und steuerte in Richtung Boxengasse. Dort wurde sein Wagen rückwärts in die Garage geschoben. In der Zeitenliste blieb für Hülkenberg zunächst nur Platz 18.

Später konnte sich der Audi-Pilot in der Sprint-Qualifikation immerhin noch auf Position zwölf verbessern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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