Bayerische Metall-Arbeitgeber stellen sich auf schwierige Tarifverhandlungen ein
Die Arbeitgeber in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie rechnen mit einer konfliktreichen Tarifrunde. vbm-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt sagte, die kommenden Gespräche würden anspruchsvoll, weil die wirtschaftliche Ausgangslage vieler Betriebe angespannt sei. Der Start der Verhandlungen ist für den 8. Oktober geplant.
Die Forderung der IG Metall nach unter anderem 5 Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten wies Brossardt als klar überzogen zurück. Zähle man weitere Punkte des Forderungspakets hinzu, liege die Belastung aus Sicht der Arbeitgeber sogar deutlich über dieser Marke.
Viele Betriebe unter Druck
Nach Angaben des Arbeitgeberverbands ist die Situation in weiten Teilen der Branche kritisch. Brossardt verwies auf ein schwieriges internationales Geschäftsumfeld sowie auf strukturelle Nachteile des Standorts Deutschland. Beides setze die Industrie massiv unter Druck und beschleunige Stellenabbau sowie Tendenzen zur Deindustrialisierung.
Mehr als 40 Prozent der bayerischen Metall- und Elektrounternehmen befänden sich derzeit in einer wirtschaftlich problematischen Ertragslage. Wo keine Gewinne erzielt würden, gebe es aus Sicht der Arbeitgeber auch keinen Spielraum für zusätzliche Lohnerhöhungen.
Klare Absage an Gewinnbeteiligung
Einen weiteren Vorstoß der IG Metall lehnt die vbm ebenfalls ab: eine tariflich geregelte Gewinnbeteiligung für Beschäftigte in wirtschaftlich starken Unternehmen. Brossardt warnte, ein solches Modell könnte dazu führen, dass Firmen den Tarifvertrag verlassen.
Unterschiedliche Lage in den Branchen
Erschwert werden die anstehenden Verhandlungen auch durch die sehr unterschiedliche Entwicklung innerhalb der Metall- und Elektroindustrie. Während etwa die Autoindustrie derzeit mit erheblichen Problemen kämpft, verzeichnen andere Bereiche bessere Geschäfte – darunter die Rüstungsindustrie und Hersteller von Komponenten für Rechenzentren.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber