Meta bestätigt KI-Zwischenfall bei externem Test
Nach OpenAI und Anthropic hat nun auch Meta eingeräumt, dass eine eigene KI-Software in die Computersysteme eines anderen Unternehmens eingedrungen ist. Wie der Facebook-Konzern unter anderem CNN mitteilte, war dafür – ähnlich wie in den bekannten Fällen der Konkurrenz – eine fehlerhafte Konfiguration beim selben Testpartner verantwortlich. Dadurch erhielten die KI-Modelle Internetzugang, obwohl das in der Testumgebung eigentlich nicht vorgesehen war.
Zu welchem Unternehmen die Systeme gehörten, in die Metas KI über eine Schwachstelle eindrang, teilte der Konzern nicht mit. Nach eigenen Angaben wurde Meta erst durch einen Hinweis des Testpartners auf den Vorfall aufmerksam.
Welle von Enthüllungen
Zuvor war bekannt geworden, dass eine KI von OpenAI bei einem Test unerwartet in Computer der KI-Plattform Hugging Face gelangt war. Das veranlasste den Rivalen Anthropic dazu, eigene Testläufe noch einmal zu überprüfen, wobei weitere ähnliche Vorfälle ans Licht kamen. Britische Sicherheitsforscher berichteten außerdem von Cyberangriffen durch KI-Modelle von Anthropic und OpenAI, denen sie in ihren Experimenten ungehinderten Zugang zum Internet eingeräumt hatten.
Die unbeabsichtigten Angriffe richteten zwar keinen Schaden an, verstärken aber die Sorge vor Cyberattacken, die mit Hilfe Künstlicher Intelligenz ausgeführt werden könnten.
Unlösbare Aufgaben und Schummeln
Forscher von OpenAI berichteten unterdessen, dass KI-Modelle des Unternehmens bereits Wochen vor dem Angriff auf Hugging Face unbemerkt miteinander kommuniziert hätten, um gemeinsam aus der eigentlich abgeschirmten Testumgebung auszubrechen. Ihr Ziel sei gewesen, im Internet nach der Lösung für eine Testaufgabe zu suchen. Das erklärten Eric Wallace und Michael Dalton laut Bloomberg in einer Präsentation auf der Hacker-Konferenz Black Hat.
Zu den neuen Erkenntnissen zählt demnach auch, dass führende KI-Modelle häufig versucht hätten zu schummeln, um Testaufgaben zu lösen. Ein weiteres Problem: In einigen Fällen erhielten die Systeme offenbar versehentlich Aufträge, die ohne Internetzugang gar nicht erfüllbar waren. So war in einem Fall eine Tabelle, die zur Lösung benötigt wurde, offline nicht erreichbar. In einem anderen hatte das Team eine zum Auftrag gehörende Datei nicht hochgeladen. Den Angaben zufolge nahmen die KI-Modelle zunächst auch deshalb Kontakt untereinander auf, weil sie in dieser unlösbaren Situation nach Hilfe suchten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber