Wirtschaft

Merck-Deal: Fast eine Milliarde für britische Biotechfirma

Nächster Milliarden-Deal unter Kai Beckmann: Mit diesem Zukauf will Merck bei seltenen Krankheiten entscheidend aufholen.

19.10.2026, 15:09 Uhr

Merck übernimmt Silence Therapeutics und stärkt Geschäft mit seltenen Erkrankungen

Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern Merck will seine Aktivitäten im Bereich seltener Krankheiten durch eine Übernahme ausbauen. Das Dax-Unternehmen plant den Kauf des britischen Biotechunternehmens Silence Therapeutics. Wie Merck mitteilte, sollen pro US-Aktienhinterlegungsschein 20 US-Dollar gezahlt werden. Damit wird Silence insgesamt mit rund 1,1 Milliarden US-Dollar bewertet, umgerechnet etwa 980 Millionen Euro.

Merck-Chef Kai Beckmann erklärte, mit dem geplanten Zukauf wolle der Konzern seine Fähigkeiten ausweiten, um Menschen mit seltenen Erkrankungen gezieltere Therapieoptionen anbieten zu können.

Im Fokus steht dabei der siRNA-Wirkstoff Divesiran von Silence Therapeutics. Das Mittel zur Behandlung von Polycythaemia vera (PV) steht den Angaben zufolge vor dem Übergang in die entscheidende klinische Phase III. PV ist eine seltene Form von Blutkrebs, bei der zu viele rote Blutkörperchen gebildet werden. Die Erkrankung kann mit einem erhöhten Sterberisiko verbunden sein.

Abschluss des Kaufs für Anfang 2027 geplant

Nach Einschätzung von Danny Bar-Zohar, dem Leiter des Healthcare-Geschäfts von Merck, bringt die Transaktion den Konzern seinem Ziel näher, weltweit zu den führenden Anbietern innovativer Spezialmedikamente zu gehören.

Der angebotene Preis von 20 US-Dollar je Hinterlegungsschein entspricht laut Merck einem Aufschlag von 82 Prozent auf den durchschnittlichen Börsenkurs der vergangenen 30 Tage. Die Gremien von Silence Therapeutics haben der Übernahme bereits zugestimmt. Der Abschluss der Transaktion wird im ersten Quartal 2027 erwartet. Finanziert werden soll der Kauf über neue Kredite.

Merck KGaA - Kai Beckmann
Merck-Chef Kai Beckmann baut das Geschäft mit seltenen Krankheiten aus (Archivbild) Quelle: Arne Dedert/dpa

Merck setzt seit Längerem auf Übernahmen, um das Geschäft gezielt auszubauen. Erst im Juni hatte das Unternehmen den Kauf des US-Konzerns Bio-Techne für knapp zehn Milliarden Euro angekündigt. Bio-Techne ist auf Life-Science-Werkzeuge und Analysetechnologien spezialisiert. Mit diesem Schritt will Merck seine Laborsparte insbesondere in Wachstumsfeldern wie Zell- und Gentherapien sowie Präzisionsdiagnostik stärken. Zuvor hatte der Konzern bereits den Krebsspezialisten Springworks übernommen, um seine Position im Bereich seltener Tumorerkrankungen auszubauen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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