Deutsche Raffinerien steigern Produktion von Benzin und Diesel
Die Raffinerien in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2026 ihre Herstellung von Kraftstoffen ausgeweitet und damit den Bedarf an Importen gesenkt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden 11 Millionen Tonnen Motorenbenzin einschließlich Flugbenzin produziert. Das entspricht einem Zuwachs von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei Diesel stieg die inländische Produktion auf 15,8 Millionen Tonnen und lag damit 9,4 Prozent höher als ein Jahr zuvor.
Parallel dazu gingen die Einfuhren deutlich zurück. Sowohl bei Benzin als auch bei Diesel sank die importierte Menge um fast ein Viertel. Bei Benzin betrug das Minus 23 Prozent, bei Diesel 23,9 Prozent. Trotz der geringeren Importmengen fiel die finanzielle Entlastung allerdings überschaubar aus. Grund dafür waren höhere Rohölpreise auf dem Weltmarkt infolge des Iran-Kriegs. Der Wert der eingeführten Benzinmenge lag mit 479 Millionen Euro nur 2,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Dieselimporte verteuerten sich sogar: Für sie wurden 845 Millionen Euro gezahlt, ein Anstieg von 5,8 Prozent.
Niederlande, Tschechien und Österreich lieferten Benzin
Bei den Benzinimporten waren die Niederlande der mit Abstand wichtigste Lieferant. Von den insgesamt 525.000 Tonnen kamen 52,1 Prozent von dort. Weitere 26,1 Prozent stammten aus Tschechien, knapp 12 Prozent aus Österreich.
Beim Dieselkraftstoff bezog Deutschland insgesamt 858.000 Tonnen. Wichtigste Herkunftsländer waren Belgien mit 55,1 Prozent sowie die Niederlande mit 39,7 Prozent.
Deutschland exportiert mehr Kraftstoff als es einführt
Insgesamt führte Deutschland im ersten Halbjahr 2026 mehr Kraftstoffe aus als ein. Die Ausfuhr von Motorenbenzin sank zwar um 3,5 Prozent auf 1,66 Millionen Tonnen. Beim Diesel legten die Exporte jedoch deutlich zu: Mit 2,06 Millionen Tonnen wurden 18,7 Prozent mehr ins Ausland verkauft als im ersten Halbjahr 2025.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber