Fußball

Gruda-Gala! Leipzig jubelt in der Königsklasse

Leipzig jubelt wieder in Europa: Vandevoordt schockt einen Ex-Bundesliga-Star vom Punkt – und Gruda trifft eiskalt spät.

13.10.2026, 22:55 Uhr

Leipzig ringt PSV nieder und feiert ersten Sieg in der Champions-League-Ligaphase

RB Leipzig hat seine Heimstärke auch in der Champions League unter Beweis gestellt. Gegen die PSV Eindhoven gewann die Mannschaft von Trainer Martín Demichelis mit 1:0 (0:0) und holte nach dem misslungenen Auftakt bei Como (1:4) den ersten Erfolg in der Ligaphase. Den entscheidenden Treffer erzielte Brajan Gruda in der 75. Minute mit einem Schlenzer, der noch abgefälscht wurde.

629 Tage nach dem bislang letzten Leipziger Heimsieg in der Königsklasse gegen Sporting Lissabon durfte RB damit wieder auf internationaler Bühne jubeln. Vor 43.187 Zuschauern begann Leipzig engagiert. Nach dem klaren 6:0 gegen Frankfurt änderte Demichelis seine Startelf nur auf einer Position: Gruda rückte nach überstandener Bauchmuskelverletzung für Andrija Maksimovic ins Team.

Nach dem Spiel lobte Ridle Baku den Torschützen bei DAZN ausdrücklich. Gruda habe „sehr, sehr viel Potenzial“, sagte der Nationalspieler mit Blick auf den Offensivmann und fügte mit einem Augenzwinkern an, dieser dürfe das gern auch in den kommenden Partien zeigen. Insgesamt sprach Baku von einem verdienten Sieg.

Leipziger starten mit Schwung

Die Gastgeber legten druckvoll los. Baku prüfte den früheren Leverkusener Matej Kovar bereits in der Anfangsphase aus kurzer Distanz. Auf der Gegenseite musste Leipzigs Torwart Maarten Vandevoordt wenig später gegen Sven Mijnans aus spitzem Winkel eingreifen.

Vandevoordt hält Strafstoß von Perišić

Dann rückte der Videoschiedsrichter in den Mittelpunkt. Nach Hinweis aus Köln sah sich der schottische Referee Nicholas Walsh die Szene noch einmal an und entschied anschließend auf Handelfmeter. Baku war der Ball bei einem Kopfballduell mit Ruben van Bommel an den ausgestreckten Arm gesprungen. Der Leipziger berichtete später, er sei über die Entscheidung auf dem Platz „total schockiert“ gewesen.

Ivan Perišić übernahm die Verantwortung, setzte den Ball mittig aufs Tor und scheiterte dennoch an Vandevoordt, der trotz seiner Bewegung in die Ecke noch mit dem Fuß parierte. PSV-Coach Peter Bosz hatte vor dem Spiel ein offensives Duell erwartet und von einem Spiel „Feuer mit Feuer“ gesprochen – die Partie hielt dieses Versprechen.

Offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten

In der Folge wurde Leipzig stärker und erarbeitete sich weitere Möglichkeiten. Gruda setzte sich halbrechts stark gegen Armando Obispo durch, fand mit seinem Abschluss aus kurzer Distanz aber erneut in Kovar seinen Meister. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit ließ Neil El Aynaoui eine große Chance liegen, als er nach Grudas Vorarbeit deutlich über das Tor schoss.

Direkt nach dem Seitenwechsel verhinderte Kovar die Leipziger Führung erneut, diesmal gegen Antonio Nusa. Kurz darauf hatte RB Glück, als Mijnans in aussichtsreicher Position deutlich verzog. Beide Mannschaften suchten mutig den Weg nach vorn, ließen im Abschluss jedoch die nötige Genauigkeit vermissen. Auch Christopher Nkunku vergab aus kurzer Distanz eine gute Gelegenheit.

Gruda trifft, PSV-Ausgleich zählt nicht

Die Entscheidung fiel eine Viertelstunde vor Schluss. Gruda zog von der Strafraumgrenze ab, sein Schuss wurde von Perišić unhaltbar für Kovar abgefälscht und landete im Winkel.

Wenig später glaubte Eindhoven an den Ausgleich, doch der Treffer von Armando Obispo wurde wegen einer Abseitsstellung aberkannt. So blieb es beim knappen, insgesamt aber verdienten Heimsieg für Leipzig.

Roger Schmidt erstmals als Red-Bull-Fußballchef in Leipzig

Auch für Roger Schmidt war der Abend besonders. Der neue globale Fußballchef von Red Bull verfolgte erstmals in seiner neuen Funktion ein Spiel in Leipzig und traf dabei auf einen Verein, mit dem ihn viel verbindet. Vor seiner Zeit bei Benfica hatte Schmidt die PSV von 2020 bis 2022 trainiert.

Vor der Partie erinnerte er sich bei DAZN an seine Zeit in Eindhoven als „tolle Zeit“ bei einem „unfassbar guten Verein“, mit dem er auch zwei Titel gewonnen habe. Nach dem Schlusspfiff dürfte seine Stimmung noch einmal besser gewesen sein.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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