Wirtschaft

Lagarde warnt: Erst kommt der Inflations-Schock

Iran-Krieg treibt Sprit- und Heizkosten hoch: Lagarde warnt vor weiter steigenden Preisen – und macht trotzdem Hoffnung.

11.09.2026, 10:20 Uhr

Lagarde stellt sinkende Inflation im Euroraum in Aussicht

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat den Menschen im Euroraum Hoffnung auf mittelfristig nachlassende Preissteigerungen gemacht. Gegenüber „ZDFheute.de“ sagte sie, nach den aktuellen Projektionen werde die Inflation bis Ende 2026 zunächst weiter zunehmen. Sie werde also erst noch höher ausfallen, bevor sie anschließend wieder zurückgehe.

Hintergrund sind vor allem die stark gestiegenen Ölpreise infolge des Kriegs mit dem Iran, die die Verbraucherpreise im Euroraum deutlich nach oben getrieben haben. Im August lag die Inflationsrate bei 3,3 Prozent und damit weiterhin klar über dem Ziel der Europäischen Zentralbank, die auf mittlere Sicht 2,0 Prozent anpeilt. Als Reaktion hob die EZB am Donnerstag den wichtigen Einlagenzins auf 2,5 Prozent an.

Inflation bleibt laut EZB noch längere Zeit zu hoch

Bereits nach der Zinsentscheidung hatte Lagarde betont, dass die Teuerung wohl für längere Zeit deutlich über dem EZB-Ziel liegen werde. Nach der jüngsten Vorhersage rechnet die Notenbank für dieses Jahr mit einer Inflationsrate von 3,0 Prozent. Auch in den Jahren 2027 mit 2,5 Prozent und 2028 mit 2,1 Prozent dürfte die Marke von 2,0 Prozent demnach noch überschritten werden.

Außerdem unterstrich Lagarde die Bedeutung des digitalen Euro. Da immer mehr Menschen im Internet einkauften, müsse auch Zentralbankgeld in digitaler Form verfügbar sein. Sie machte deutlich, dass Bargeld weiterhin bestehen bleiben solle, zugleich aber ein digitales Angebot nötig sei, damit die Zentralbank auch in einer zunehmend digitalen Zahlungswelt präsent bleibe.

Der digitale Euro ist als Ergänzung zum Bargeld gedacht und soll Scheine und Münzen nicht verdrängen. Zugleich wollen die Euro-Notenbanken damit ein europäisches Gegengewicht zu US-Dienstleistern wie PayPal, Mastercard und Visa schaffen, die den Markt für digitale Zahlungen in Europa bislang stark dominieren. Die Einführung des digitalen Euro ist derzeit für 2029 vorgesehen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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