Umfrage: Viele Deutsche sehen Chancen für KI bei Finanzfragen – doch die Angst vor Betrug bleibt groß
Künstliche Intelligenz wird bei Finanzdienstleistungen in Deutschland mit gemischten Erwartungen betrachtet. Einer repräsentativen Bitkom-Umfrage zufolge halten 56 Prozent den Einsatz von KI etwa bei Geldanlage, Finanzplanung oder Kreditberatung für eine Chance. 40 Prozent verbinden damit hingegen eher Risiken.
Auffällig ist zugleich die Offenheit vieler Menschen gegenüber weitreichender Unterstützung durch die Technik: 27 Prozent würden es begrüßen, wenn eine KI künftig einen Großteil ihrer finanziellen Entscheidungen trifft. Jeder Vierte hat zudem bereits Chatbots wie ChatGPT gezielt nach Finanzratschlägen gefragt.
Große Skepsis wegen möglicher Betrugsgefahren
Trotz dieser Offenheit überwiegen bei vielen auch Sorgen. 62 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass KI das Risiko von finanziellem Betrug erhöhen könnte. Für die Erhebung befragte Bitkom 1.004 Menschen ab 16 Jahren in Deutschland. Die Studie gilt als repräsentativ.
Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst erklärte, dass KI den Finanzsektor schon heute spürbar verändere. Langfristig werde es voraussichtlich kaum noch Banken geben, die auf entsprechende Technologien verzichten. Allerdings müsse ein Teil der Verbraucher erst noch vom konkreten Nutzen überzeugt werden. Gerade bei Finanzthemen seien Transparenz, Sicherheit und nachvollziehbare Aussagen besonders wichtig, da es sich um einen sensiblen Vertrauensbereich handle.
Online-Banking ist für die Mehrheit Alltag
Die Ergebnisse zeigen außerdem, wie weit die Digitalisierung im Bankensektor bereits fortgeschritten ist. 84 Prozent der Menschen in Deutschland nutzen digitale Bankangebote. Besonders wichtig ist dabei inzwischen das Smartphone: Unter den Online-Banking-Nutzern greifen 92 Prozent per Handy auf ihre Bank zu. Damit hat die App den Browser als wichtigsten Zugang inzwischen überholt; 69 Prozent nutzen noch den klassischen Weg über das Web.
Für 51 Prozent ist die Banking-App mittlerweile sogar der wichtigste Kontaktpunkt zur Bank. Das setzt das Filialgeschäft zunehmend unter Druck: 55 Prozent der Bankkundinnen und -kunden würden nach eigener Aussage keine Filiale vermissen.
Zugleich sehen viele weiteres Potenzial in den Anwendungen. So können sich 69 Prozent der Nutzer vorstellen, ihre Banking-App künftig auch zur digitalen Identifikation einzusetzen, etwa als Altersnachweis.
Banken erhalten nur ein "Befriedigend"
Trotz der starken Nutzung digitaler Angebote fällt das Urteil über die Banken nur mittelmäßig aus. Im Schnitt bewerten die Kundinnen und Kunden die digitalen Leistungen ihrer Geldhäuser mit der Note 3,0. Nach Einschätzung von Wintergerst haben die Banken zwar Fortschritte erzielt, doch die Ansprüche an Bedienkomfort und Funktionsumfang steigen gleichzeitig weiter.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion