Wirtschaft

IW: Mieten im zweiten Quartal massiv gestiegen

Wohnungen werden knapp, Mieten schießen hoch: Vor allem Köln und Hamburg überraschen. Warum Käufer derzeit glimpflicher davonkommen.

20.07.2026, 10:34 Uhr

Mieten in Deutschland ziehen spürbar an

Mietwohnungen sind in Deutschland zuletzt deutlich teurer geworden. Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln lagen die Angebotsmieten im zweiten Quartal im Bundesdurchschnitt um 4 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.

Besonders kräftig fiel der Anstieg in größeren Städten abseits der ganz großen Metropolen aus. Dort erhöhten sich die Angebotsmieten um 4,9 Prozent. Zwischen den einzelnen Städten zeigen sich laut IW jedoch teils deutliche Unterschiede: In Köln stiegen die Mieten um 7,9 Prozent, in Hamburg um 5,5 Prozent. Vergleichsweise gering waren die Zuwächse dagegen in Stuttgart mit 0,9 Prozent und in Berlin mit 1 Prozent.

Weniger Inserate auf dem Mietmarkt

Gleichzeitig ist das Angebot an Mietwohnungen vielerorts spürbar zurückgegangen. Die Zahl der Anzeigen liegt demnach knapp 12 Prozent unter dem Stand von Anfang 2022. Besonders deutlich ist dieser Rückgang in zahlreichen Großstädten. In Hamburg hat sich das Mietangebot mehr als halbiert, in Frankfurt am Main wurden 43 Prozent weniger Wohnungen inseriert.

Als zentralen Grund nennt IW-Immobilienexperte Pekka Sagner, dass viele Menschen in Wohnungen blieben, die eigentlich nicht mehr zu ihrer Lebenssituation passten — etwa weil sie zu groß oder zu klein seien. Ausschlaggebend sei häufig der Wunsch, günstige Bestandsmieten nicht aufzugeben.

Kaufmarkt: Mehr Angebote, aber verhaltene Nachfrage

Anders stellt sich die Situation beim Kauf von Immobilien dar. Dort legten die Preise laut IW nur leicht zu. Sowohl Eigentumswohnungen als auch Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich bundesweit im Vergleich zum Vorjahresquartal um jeweils 0,8 Prozent.

Auch auf dem Kaufmarkt gibt es große regionale Unterschiede. In Dortmund stiegen die Preise um 5 Prozent, während sie in München um 1,9 Prozent nachgaben.

Seit der Zinswende ist das Angebot an Kaufimmobilien deutlich gewachsen. Nach IW-Angaben werden im Vergleich zum ersten Quartal 2022 bundesweit fast doppelt so viele Eigentumswohnungen angeboten. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern liegt das Plus sogar bei rund 140 Prozent.

Sagner betonte jedoch, dass die größere Zahl an Inseraten vor allem auf eine schwächere Nachfrage und längere Verkaufszeiten zurückzuführen sei — nicht auf einen entsprechend starken Zuwachs des Wohnungsbestands.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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