BASF hält sich trotz der geopolitischen Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg und der Unsicherheit um die Straße von Hormus für widerstandsfähig. Finanzchef Dirk Elvermann verwies auf die stabile Entwicklung des Chemiekonzerns.
„Angesichts der schwierigen Lage in der Weltwirtschaft behauptet sich BASF sehr gut“, sagte Elvermann im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur und dpa-AFX. Nach seinen Worten profitiert das Unternehmen von seiner regional breiten Aufstellung, eng verzahnten Wertschöpfungsketten und flexiblen Rohstoffnutzung. Wenn Naphtha teuer werde, könne BASF in großen Upstream-Anlagen verstärkt auf Butan und Propan ausweichen.
Nachfragerisiken bei längerer Krise
Eine vorübergehende Sperrung der Straße von Hormus habe BASF bisher nur mittelbar betroffen. Im Nahen Osten sei der Konzern nur in begrenztem Umfang aktiv und müsse keine bedeutenden Liefermengen durch die Meerenge transportieren. Sollten die Einschränkungen jedoch anhalten und die Weltwirtschaft stärker belasten, könnte BASF dies über eine schwächere Nachfrage zu spüren bekommen.
Aktuell sind die Auftragsbücher nach Unternehmensangaben aber solide gefüllt. Vor allem in Europa seien Kunden vorsichtiger geworden, erklärte Elvermann. Viele wollten ihre Lieferketten absichern und neben anderen Anbietern mindestens auch einen europäischen Produzenten im Portfolio haben. Das mache sich sowohl bei der Nachfrage als auch bei den Preisen bemerkbar. BASF registriere wieder mehr Spielraum bei der Preisgestaltung als noch in den vergangenen Quartalen.

Umbau und Sparprogramme bleiben zentral
Mit Blick auf den internationalen Wettbewerb unterstrich Elvermann die Notwendigkeit weiterer Spar- und Effizienzmaßnahmen. Wegen weltweiter Überkapazitäten in der Chemiebranche müsse BASF seine Kosten konsequent senken und Produktionsstrukturen anpassen. Neben dem Stellenabbau, insbesondere am Stammwerk Ludwigshafen, treibt der Konzern deshalb seit Längerem auch einen umfassenden Umbau voran. Dort sank die Zahl der Beschäftigten seit Ende 2024 von 33.370 auf etwa 30.000 Vollzeitstellen.
Zugleich sprach sich der Finanzvorstand für bessere wirtschaftspolitische Bedingungen in Europa aus. Produktivität, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit müssten aus seiner Sicht gestärkt werden. Jüngste Reformpläne der Bundesregierung, etwa im Bereich der Rente, bewertete Elvermann positiv. Insgesamt müsse Europa jedoch entschlossener Industrie- und Wettbewerbspolitik betreiben, um im globalen Wettbewerb mithalten zu können.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber