Wirtschaft

Iran-Krieg: Inflation im Euroraum schießt auf 3,3%

Iran-Krieg treibt Preise im Euroraum hoch: Inflation springt auf 3,3 Prozent – jetzt wächst der Druck auf die EZB massiv.

01.09.2026, 11:34 Uhr

Die Inflation im Euroraum hat sich im August spürbar verstärkt. Nach einer ersten Schätzung des Statistikamts Eurostat lagen die Verbraucherpreise 3,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Im Juli hatte die Teuerungsrate noch 2,9 Prozent betragen. Damit bleibt die Inflation klar über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank, die mittelfristig zwei Prozent anstrebt.

An den Finanzmärkten und unter Ökonomen gilt es als sehr wahrscheinlich, dass die EZB bei ihrer Sitzung am 10. September die Leitzinsen anheben wird. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sprach von einer längst fälligen Zinserhöhung. Er erwartet, dass zahlreiche Unternehmen die gestiegenen Energiekosten an ihre Kunden weiterreichen.

Auch Stephanie Schoenwald, Ökonomin bei der KfW, rechnet angesichts der neuen Inflationsdaten mit einem weiteren Zinsschritt im September. Zusätzliche Erhöhungen darüber hinaus hält sie jedoch derzeit nicht für zwingend, solange vor allem die Energiepreise den Preisauftrieb verursachen.

Energie bleibt Hauptgrund für den Preisschub

Besonders stark verteuerte sich im August erneut die Energie. Eurostat meldete hier im Jahresvergleich ein Plus von 14,3 Prozent. Als Ursache gilt der Konflikt zwischen Iran und den USA. Da eine dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus weiter ausbleibt, bleibt der Öltransport eingeschränkt. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise im Euroraum insgesamt um 0,4 Prozent.

Auch in Deutschland hat die Inflation zuletzt wieder zugelegt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sorgten vor allem höhere Kosten für Heizen und Kraftstoffe dafür, dass die Teuerungsrate im August auf 2,9 Prozent stieg. Einen stärkeren Anstieg der Verbraucherpreise hatte es zuletzt Ende 2023 gegeben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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